Jahrbuch DWAG 2021/2022
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Grußwort des Schulleiters des Dr.-Wilhelm-André-Gymnasiums
Liebe Leserinnen und Leser,
das zurückliegende Schuljahr hielt für Schüler, Lehrer und Eltern erneut zahlreiche Herausforderungen und Besonderheiten bereit. Trotz der Einschränkungen durch Corona wurden diese außerordentlich erfolgreich gemeistert. Das vorliegende Jahrbuch zeugt von vielen Aktivitäten, die weit über das normale Maß hinausgehen.
Nach einer über mehr als 10jährigen Zusammenarbeit mit der Sächsischen Blindenschule in Chemnitz findet unser Projekt „Abitur für blinde und sehschwache Schüler“ einen vorläufigen Höhepunkt. Die ersten zwei Schüler haben ihr Abitur äußerst erfolgreich bestanden. Herzlichen Glückwunsch an die beiden. Einen besonderen Dank möchte ich hierfür meinen Lehrerinnen und Lehrern für ihr besonderes Engagement aussprechen. Hervorzuheben ist der außergewöhnliche Einsatz unseres Inklusionsassistenten, Herrn Fefernitz.
Im Augenblick laufen die Baumaßnahmen für den Neubau und die Erweiterung des Datennetzes im Dr.-Wilhelm-André-Gymnasium. Nach deren Abschluss werden wir hervorragende Bedingungen für alle Projekte der Digitalisierung haben. In einem Pilotprojekt werden im nächsten Schuljahr alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 8 mit einem iPad ausgerüstet. Das wird der erste Jahrgang sein, der keinen Taschenrechner mehr benötigt und einige Lehrbücher online zur Verfügung gestellt bekommt. Um einen sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit den neuen Medien zu schaffen, führen wir in der Klasse 5 das Unterrichtsfach MKT (Medienkompetenztraining) ein.
Endlich ist auch das gemeinsame Miteinander außerhalb des Unterrichts wieder möglich. Nach zwei Jahren Pause wird am 09.07.2022 eine Neuauflage unseres Sommerfestes „andre treffen“ erfolgen. Wir laden dazu ganz herzlich ein und freuen uns besonders auf die Begegnung von aktuellen und ehemaligen Schülern, Lehrern und Eltern. Alles rund ums Andre-Treffen finden Sie unter www.andre-treffen.de
Ich bedanke mich bei unserem sehr aktiven Förderverein für seine Arbeit und die Erstellung des Jahrbuchs, mein Dank geht auch an die Sponsoren.
Andreas Gersdorf, Schulleiter
Vorwort des Fördervereins
Liebe Leserininnen und Leser,
kann man das machen? – Ein schwarzes Jahrbuch mit schockierendem Cover? Ausgerechnet dann, wenn unsere Schule 30 Jahre Dr.-Wilhelm-André-Gymnasium feiert? Sollte man da nicht mit einem bunten, fröhlichen Bild auf die gemeinsam durchlebte Zeit blicken? „The time is running out.“– Nicht nur ein Gedanke sondern bittere Realität, die in den Köpfen unserer Schülerschaft längst angekommen ist, einer Generation, die die meine erst lautstark daran erinnern musste, wie verletzlich die Erde ist, einer Generation, die in den letzten drei Coronajahren aus Solidarität zu den Älteren auf vieles, das eine glückliche, unbeschwerte Jugend prägt, verzichten musste, einer Generation, für die es plötzlich nicht mehr selbstverständlich ist, in Frieden aufzuwachsen.
Die Zeilen von Ivan Fukson (LK Deutsch 12), eigentlich in der Auseinandersetzung mit dem Thema Krieg um 1900 entstanden, werden erschreckend real: „Was brachten diese Jahre Krieg? Nur tausend Opfer, keinen Sieg. Der Menschheit – ein Tief. Den Menschen Angst zu existieren.“
Liebe Leserinnen und Leser, es stimmt mich hoffnungsvoll und froh, dass unsere Andréaner sich nicht lähmen lassen von diesen Umständen, dass sie nachdenken statt zu resignieren, mit Initiative statt Stillstand, Lebensfreude statt Angst. Das diesjährige Heft hat sehr reflektierte, nachdenkliche Inhalte, eine Rede zur Demokratie, Gedanken zum Sinn des Lebens, eine unterhaltsame Sicht auf die voranschreitende Digitalisierung.
Dem Klimawandel aktiv entgegenwirken und konkrete Maßnahmen in den Schulalltag zu integrieren, hat sich die AG Klimaschutz zum Ziel gesetzt. Ihr Engagement führte zur Gründung einer Schülergenossenschaft, die in Kooperation mit dem Förderverein agieren wird.
Andréaner zögerten nicht, sofort nach Kriegsausbruch Spendenaktionen für ukrainische Flüchtlinge zu organisieren. Unser Spendenlauf erbrachte eine Summe von 7000 Euro. Für das Geld gekaufte Sportgeräte und Sportausrüstungen für ein Gymnasium in Lwiw, das Hunderte von Flüchtlingen beherbergt, sind bereits auf dem Weg. Kann man das machen? – Sehbehinderte Schüler und Schülerinnen in eine Regelschule integrieren? Unser diesbezügliches Projekt wurde heiß diskutiert, jahrelang vorbereitet, engagiert durchgeführt und verzeichnet jetzt erste Erfolge. Wir gratulieren Julien und Lucas zu einem erfolgreichen Abitur. Ganz besonders möchte ich Ihnen „Juliens letztes Statement – eine Message für alle“ ans Herz legen, das nicht nur aufgrund von Sprache und Stil des zukünftigen Journalisten überzeugt, sondern eine hoffnungsvolle Botschaft enthält: „Und ich wünsche euch, dass ihr eure Träume und Ziele im Laufe der Zeit verwirklichen könnt.“ Verblüffend ähnlich wendet sich die Schauspielerin und ehemalige Andréanerin, Luise Emilie Tschersich in der Rubrik „Lebenswege“ an die Schülerinnen und Schüler: „Lass dir deinen Traum nicht ausreden.“ „Traumwelten“ – künstlerisch gestaltet, „Frühlingsrausch“– vertanzt. Freuen wir uns mit unseren Andréanern über endlich wieder stattgefundene Klassenfahrten, unvergessliche Theaterprojekte, Erfolge beim gemeinsamen Sporttreiben, über ein vielseitiges, buntes Schulleben, von dem das vorliegende Jahrbuch zeugt.
Kann man das machen? – So viele Farben in einem schwarzen Umschlag? – Man kann nicht, man muss. Danke an alle, die mitgeholfen haben, an meine AG Jahrbuch und die Firma transparent. Viel Spaß beim Lesen wünscht
Romy Haubensak
Liebe Leserinnen und Leser!
Auch in diesem Schuljahr möchte ich mich als Elternratsvorsitzende des Dr.-Wilhelm-André-Gymnasiums auf diesem Wege beim gesamten Kollegium, bei allen Schülerinnen und Schülern sowie bei allen Familien für die vertrauensvolle Zusammenarbeit bedanken!
Im Schuljahr 2021 / 2022 wurden die Eltern unseres Gymnasiums in der Schulkonferenz vertreten durch:
Andra Ittner, Klasse 11/2 (Elternratsvorsitzende)
Janet Oehme, Klasse 9/5 (stellvertretende Elternratsvorsitzende)
Thomas Mehlhorn, Klasse 10/1
Alexander Steudten, Klasse 5/2
Sebastian Meyer, Klasse 6/1
Petra Meyer, Klasse 7/4
„Andre Facetten“ – unter diesem Motto feiern wir in diesem Jahr 30 Jahre Dr.-Wilhelm-André-Gymnasium. Das vergangene Schuljahr hielt wieder viele neue Facetten des Schullebens für uns bereit. Nach zwei Jahren zwischen Distanz und Präsenz sowie fast täglich neuen Informationen zur aktuellen Situation und immer wieder angepassten Hygieneplänen heißt es nun „Aufholen nach Corona“.
Das ist nicht nur der Name des bundesweiten Förderprogramms, das auch an unserem Gymnasium in vielen Facetten umgesetzt wird, sondern sicher auch eine der größten Herausforderungen, die wir alle gemeinsam in den nächsten Jahren bewältigen werden. „Aufholen nach Corona“ sollte für unsere Kinder aber nicht nur das Nachholen von Lernstoff, das Schließen von Lücken beinhalten, sondern gerade auch das Erleben von Schul-Leben, wie es in den vergangenen beiden Schuljahren nur begrenzt möglich war. Erste Klassen konnten wieder auf Klassenfahrt oder Exkursionen gehen, Schülerpraktika konnten wieder stattfinden.
Zur Ausstellungseröffnung der Sekundarstufe II füllten sich die Gänge des Gymnasiums wieder mit Eltern, Lehrern und Schülern und sie bestaunten zu Papier gebrachte künstlerische Facetten.
Ab dem kommenden Schuljahr wird meine dritte und jüngste Tochter das DWAG besuchen – sie freut sich besonders auf „neue Fächer und neue Lehrer“ und sie möchte „etwas mit Kunst machen und Töpfern“. Ich wünsche ihr und allen anderen neuen Schülerinnen und Schülern viel Freude und Erfolg beim gemeinsamen Lernen mit vielen Facetten!
Andra Ittner Elternratsvorsitzende
Pfingsten 2022
Zwischen Schülerinteressen und aktuellen Themen
Grußwort des Schülerrates
Wie auch das Schuljahr 2020/21 war das Schuljahr 2021/22 ein sehr energiezehrendes Jahr
- zwar dieses Mal ohne Lockdown und mit verhältnismäßig weniger Einschränkungen, aber dennoch nicht ohne weitere coronabedingte Auswirkungen auf unseren Schulalltag. Trotzdem versuchte der gewählte Schüler*innenvorstand unter Leitung der Schüler*innensprecherin Hermine Lowke und ihrem Stellvertreter Jan Belan sein Bestes, sich für die Interessen der Schüler*innen und fortschrittliche Ideen stark zu machen.
Aufgrund von Corona war es uns leider verwehrt, unsere Schule, wie in der Norm, auf der Bildungsmesse zu vertreten. Auch die Planung des Schulballs mussten wir pandemiebedingt auf Eis legen. Und dennoch haben wir versucht, das Beste aus der Situation zu machen und zur Verbesserung unseres Schullebens beizutragen.
Die pandemische Situation war nicht das einzige bewegende Ereignis dieses Jahr. Zusätzlich dazu erschütterten die Kriegszustände in der Ukraine uns alle. Deshalb entschlossen wir uns, mehrere Spendenaktionen zu starten. So kam es zum Beispiel zu drei Kuchenbasaren und einem Flohmarkt. Diese wurden von Schüler*innen alleine organisiert und dafür sind wir sehr dankbar. Außerdem wurde ein Spendenlauf und eine Sammelaktion gestartet, welche wir als Schüler*innenvorstand direkt unterstützten. Die Ergebnisse waren herzerwärmend.
Des Weiteren engagierte sich der Schüler*innenvorstand beim Aufbau mehrerer AGs, welche das politische Interesse von Schüler*innen fördern. Diese sind unter anderem der Klimarat, die Schulzeitung und die Schule gegen Rassismus AG. In Kooperation mit ihnen unterstützten wir z. B. die Stolpersteinverlegung am 17.05.2022. Außerdem organisieren wir momentan den jährlichen Toleranztag und hoffen, dass wir es schaffen, als parallel laufende Alternative für den sozialen Tag eine Müllsammelaktion durchzuführen.
Wir bedanken uns herzlich bei der Schulleitung für die gute Zusammenarbeit, bei den Mitgliedern des Vorstands des Fördervereins für die Beteiligung und bei den Schüler*innen für das Vertrauen in uns. In der Hoffnung, dass unsere Projekte von dem nächsten Schüler*innenvorstand weiter getragen werden, wünschen wir allen Schüler*innen, Lehrer*innen und Mitarbeitenden erholsame Ferien.
Hermine Lowke, Jan Belan und der restliche Schüler*innenvorstand
Alles Neu
Start der Klasse 5/1 am Andrégymnasium
Ein neuer Lebensabschnitt, ein neuer Anfang, alles ist neu:
Und sobeginnt es mit der fünften Klasse! Die Grundschulzeit ging vorbei und wir kamen an eine riesige Schule, das Andrégymnasium. Wir wussten nicht, was passieren würde. Und doch wurden wir schnell eine Klasse, die keiner schlagen kann. Zusammen, als sich noch nicht kennende Gruppe, traten wir mit unseren Klassenlehrerinnen Frau Rikowski und Frau Wagner in unser Klassenzimmer. Um uns besser kennenzulernen, bekamen wir drei Tage, die uns mehr zusammenbrachten. Wir erfuhren, dass es in unserer Klasse 25 Mädchen und „nur“ 3 Jungs gibt. Das war ganz schön ungewöhnlich, aber dafür lernen wir ein Streichinstrument. Das ist der Höhepunkt der Streicherklasse 5/1. Gemeinsam mit Frau Korn, Frau Müller und Herrn Schreiter gingen wir ganz langsame Schritte, um ein Gefühl für diese Instrumente zu finden und sie brachten uns sehr viel bei. Und jetzt? Ab zur Jugendherberge! Wir als Klasse und zwei weitere Klassen fuhren in die Jugendherberge nach Thüringen. Dort haben wir uns besser kennengelernt, mehr Freundschaften aufgebaut, wir haben die Schwächen und Stärken bei den anderen erkannt und wurden somit eine bessere Klassengemeinschaft. In dieser Zeit wurde uns besonders klar, dass man sich nicht mit jedem verstehen kann und sich somit auch streitet, aber wir als Klasse werden uns immer gegenseitig helfen.
Unsere Klasse hat mit einer Sache richtig, richtig viel Glück: unsere Klassenlehrerin Frau Rikowski! Sie hilft uns, wenn wir in Schwierigkeiten stecken, sie ist freundlich und hilfsbereit, sie versteht Spaß und wird immer für uns da sein. Dafür bedanke ich mich ganz herzlich.
Wir als Klasse werden immer zusammenhalten, uns gegenseitig unterstützen und für immer einen Teil des Herzens vom Andrégymnasium sein!
Emily Fischer, 5/1
Jeder ist seines Tablets Schmied
Schule ohne dicke Hefter – doch, das geht.
Noch bis vor ein paar Jahren gab es in jedem zweiten Zimmer wackelkontaktgeplagte Beamer und Polyluxe, die seltener funktionierten als die Ausrüstung der Bundeswehr. Durch Finanzierungsprogramme des Staates und großen organisatorischen Aufwand haben wir nun zwischen den blaustichigen Beamern und arbeitsmoralverweigernden Polyluxen auch iPads. So eine Fehlinvestition. Überlegt euch mal, wie viele Kletterwände man mit diesem Geld hätte bauen können! Da ich leider zu den Klassen gehöre, die noch keine iPads zurVerfügung gestellt bekommen haben, habe ich mich dazu entschieden, mir selbst ein solches Tabletzuzulegen. Trotz einiger misstrauischer Blicke der Lehrer und Schüler durfte ich es auch in jedem Fach nutzen, obgleich ich natürlich einige Fragen beantworten musste: „Hast du denn auf dem Tablet Internet?“– „Internet? Ich bitte Sie, wir leben hier in Deutschland, mitten in der Großstadt. Natürlich habe ich KEIN Internet!“ Aber auch ohne Internet ist ein Tablet im Alltag praktisch. Keine schweren Hefter mehr im Rucksack, richtig coole Überschriften mit dem Kalligraphiestift. Und das Beste ist, es gibt kein Aufräumen mehr, nachdem man den Hefter falsch angefasst hat und gefühlt tausend Kopien in allen Formaten herausgefallen sind, weil sie nicht eingeheftet waren. Natürlich wird auch das alljährliche Hefter-Ausmisten deutlich entspannter. Auch wenn es für den ein oder anderen Lehrer ein Schock ist, die traurige Wahrheit ist, dass ich meine ganzen Hefter aus den vergangenen Jahren nicht mehr besitze. Für mich gibt es jetzt nur noch zwei Möglichkeiten, an die vernichteten Unterrichtsmaterialien zu kommen. Erste Variante: Man fragt im Klassenchat nach und versucht die ersten 235.286 Stellen von Pi zu berechnen, bevor man die erste Antwort bekommt. Zweite Variante: Man googelt und schaut sich ein halb-peinliches Video von SimpleClub an. Trotz aller Begeisterung für die Kreiszahl Pi entscheidet man sich meistens für die zweite Variante. Und obwohl laut Meinung einiger Lehrer Lernvideos ja nur von Unwissenden produziert werden, finde ich es doch erstaunlich, dass genau diese dann als Nonplusultra im Unterricht eingesetzt werden und wir uns dazu dann Mitschriften anfertigen dürfen. Denn nur ein Lehrer ist in der Lage, auf den erstbesten Link bei YouTube zu klicken. Um mich bei den Lehrern wieder beliebt zu machen, funktioniert es mit einem Tablet durchaus, alle Notizen der vergangenen Jahre zu speichern. Jederzeit kann ich nun nachschauen, was wir in früheren Stunden gelernt haben, mit Ausnahme der nicht vorhandenen Übersetzungskompetenz lateinischer Texte. Da ich mich aber selbst kenne, halte ich Google immer noch für die bessere Quelle. Aber dafür braucht man natürlich Internet. Nun stellt sich die Gretchenfrage: Sollten die Tablets an das Schul-WLAN angeschlossen werden, wenn dieses irgendwann schneller sein wird als eine Flaschenpost? Und inwieweit sollten diese Tablets in ihren Möglichkeiten eingeschränkt sein? Ein großes Problem im Unterricht sind die Schüler, die mit ihren Geräten den Unterricht in ein digitales RTL II Verwandeln, sei es durch Spiele, YouTube oder das Schauen der Urlaubsbilder von unserem Geographielehrer. Ich gehöre definitiv nicht zu der Art Schüler, die ihren Banknachbarn anzeigen würden, weil er zu laut geredet hat, aber durchaus ist es mir ein Dorn im Auge, wenn ich sehe, dass Schüler ihr Tablet so malträtieren. Denn wie bereits erwähnt, bietet ein Tablet durchaus viele praktische Vorteile, die wir aber alle nicht nutzen können, wenn sie allgemein verboten werden. Ich kann also nur darum bitten, die Tablets so zu nutzen, wie sie gedacht sind, damit auch Lateinlehrerinnen verstehen, wofür diese Geräte gut sind. Mir persönlich hat mein Tablet viel gebracht. Ich kann meine Dateien besser sortieren und von all meinen Geräten abrufen. Das ist schon praktisch, wenn man beim Zahnarzt im Wartezimmer sitzt und spontan Lust darauf hat, mit dem Handy Latein zu lernen. Mit meinem Tablet habe ich zudem auch meine Schrift verbessern können und dieser Kalligraphiestift ist einfach so cool, dass ich ihn gleich zweimal erwähnen muss. Ich muss diesen Artikel nun aber auch beenden, denn ich muss meine Übersetzungskompetenz in Latein verbessern. Hoffentlich gibt es dazu ein Lernvideo.
Arthur Kohlmüller, 10/4
Julien letztes Statement
Eine Message für alle!
Okay, klären wir doch erstmal, wer euch die nächsten Minuten zutexten wird, vorausgesetzt natürlich, ihr bleibt dran!
Wie die Überschrift deutlich machen sollte, nennt man mich seit nunmehr fast 21 Jahren Julien. Der Name allein sagt euch jetzt wahrscheinlich noch nicht viel, daher hier noch das ultimative Erkennungsmerkmal: Kennt ihr den Typen, der in den letzten drei Jahren fast immer mit einem signalgelben Lappen und darauf drei schwarzen Punkten am Arm, somit offensichtlich als „blind“ gebrandmarkt, durch die Korridore gelaufen und Dank einiger ungünstig positionierter Taschen hier und da auch gern mal geflogen ist? Et voilà, dieser stets im Gothic-Stil schwarz gekleidete Dood bin ich, Julien. Schön, dass wir das geklärt hätten. Und, versteht mich bitte nicht falsch, ich hab nichts gegen meine Einschränkung selbst, nur die wenig kleidsame Möglichkeit es zu signalisieren nervt gelegentlich. Egal, es soll hier um die letzten drei Jahre gehen. Auffällig in unserer Gesellschaft ist folgendes: hast du eine Einschränkung, kannst du nichts! So jedenfalls wird einem häufig begegnet. An unserer großartigen Schule nie im böswilligen Sinne, aber wenn man beispielsweise dafür bewundert wird, wie man es doch fertigbringt sich im Schulhaus zurechtzufinden, also dann fängt’s schon an zu rotieren. Das ist, als würde man euch dafür bewundern, allein aufs Klo zu gehen. Diese Form der Diskriminierung nennt man Ableismus. Das kommt vor allem dann zustande, wenn man kaum Berührungspunkte mit in irgend einer Form behinderten Menschen hat und daraus resultierend nicht weiß, wie damit umzugehen ist. Mein Tipp: Geht mit jeder Person, die ihr trefft, einfach ganz normal um und seid offen für alles. In den letzten drei Jahren habt ihr als Schülerschaft des Dr.-Wilhelm-André-Gymnasiums vor allem dieses gezeigt: Ihr seid tolerant und weltoffen. Nicht ein Mal wurde mir irgendein bescheuerter Spruch um die Ohren gehauen! Okay, jetzt aber doch mal zu der Frage: wie geht das eigentlich? Wie setzt man das Abitur für eine visuell stark beeinträchtigte Person an einer Regelschule um? Diskriminiere ich uns gerade selbst? Nicht wirklich, denn, dass Anpassungen vorgenommen werden müssen, ist klar. Um es kurz zu machen: es handelt sich um einen gewaltigen Apparat aus Verantwortlichen, die dafür gesorgt haben und in Zukunft sorgen werden, dass alles glatt geht. Das sind zum einen die Lehrer und Lehrerinnen, die tagtäglich mit einem zu tun haben und sich ebenso weltoffen zeigen. Ihnen allen gilt mein aufrichtigster Dank! Sie haben freiwillig einen Mehraufwand betrieben, um für eine gleichberechtigte Teilhabe am Unterrichtsgeschehen zu sorgen. Sie haben ein wesentliches Zeichen zur Inklusion gesetzt und dürfen sich an dieser Stelle gern mal auf die Schulter klopfen. Doch auch hinter den Kulissen wurde unermüdlich gearbeitet. Diesen Personen, die mir teilweise noch erschreckend unbekannt sind, gilt ein ebenso großer Dank! Und zwischen all dem steht ein unerschütterliches Bindeglied, welches den Apparat erst zu einem hat werden lassen. Ich spreche natürlich von unserem Inklusionsassistenten, Herrn Fefernitz. Einige von euch haben ihn vielleicht mal in der Hausaufgabenbetreuung oder zum Nachschreiben kennengelernt. Wann immer es technische Probleme gab, Zeichnungen taktil umgesetzt werden mussten oder gewisse Personen prüfungsnotwendiges Equipment zu Hause vergessen haben, um nur einige Beispiele zu nennen, konnten alle Beteiligten – mich eingeschlossen – mit ihm rechnen. Daher, auch an Sie ein großes Dankeschön, unsere Zusammenarbeit hat sehr viel bewegt! Und ich denke, diese drei Jahre der zwei Probanden haben ein solides Fundament für mögliche Nachfolger geschaffen, die es genauso wenig einsehen, ihr Abitur an einem Gymnasium für Blinde und Seheingeschränkte zu absolvieren. Wie das sonst so im Unterricht lief und andere Themen bezüglich dieses Projekts, das könnt ihr euch in einem Interview auf der Schulwebsite anhören. Mit diesem vollkommen frei aus der Seele geschriebenen Artikel soll vor allem folgendes erreicht werden: Aufmerksamkeit. Und ja, jetzt kommt die Message, die euch schon die Überschrift versprochen hat! Mir sind in den letzten drei Jahren zwei wesentliche Punkte aufgefallen. Zum einen, wie bereits angesprochen, dass die gesamte André-Community ein großartiges Beispiel dafür darstellt, dass Inklusion in Zukunft funktionieren wird. Doch, und das hat jetzt gar nichts mit eingeschränkt oder nicht zu tun, viele von uns sind zu oft im Alltag gefangen. Wir stumpfen ab und Instagram, Tik-Tok, YouTube etc. helfen uns gern dabei. Man freut sich mal kurz über einen geteilten Beitrag, aber am Ende des Tages kräht kein Hahn mehr danach. Es soll doch tatsächlich Leute geben, die lieber Chatten als sich persönlich zu unterhalten oder wenigstens zu telefonieren. Macht sich gut, wenn einem alles von derselben Computerstimme vorgelesen wird. Und dann gibt es zum Glück noch die Anderen. Auch mit einer Angehörigen dieser Personengruppe durfte ich jüngst die Bekanntschaft machen. Eine Bekanntschaft, die ich in Zukunft nicht missen möchte. Was macht sie anders? Dinge, die man viel zu schnell für selbstverständlich nimmt, wertschätzen und vor allem trotz sicherlich vorhandener Hürden motiviert und dankbar in den Tag starten. Ich möchte jetzt hier nicht den Moralapostel markieren, aber in jedem Fall daran appellieren, diese Abgestumpftheit zu erkennen und achtsam mit seinem Umfeld umzugehen. Seht das Lernen z. B. nicht als lästige Pflicht, sondern als Privileg. Findet also immer etwas Positives, anstatt auf dem Negativen unermüdlich herumzureiten. Es wird euch in Summe erfüllter machen. Die Erkenntnis, dass wir all unsere Ziele erreichen können, wenn wir uns nicht treiben lassen, sondern anpacken und selbst wenn’s hart wird dranbleiben, hat aus einem introvertierten Außenseiter eine selbstbewusste Persönlichkeit werden lassen. Die letzten drei Jahre zählen nicht umsonst zu den besten meiner gesamten schulischen Karriere. Und ich wünsche jeder und jedem von euch, dass ihr eure Träume und Ziele im Laufe der Zeit verwirklichen könnt. Nehmt euch vom Leben was ihr haben wollt, und nicht was euch von anderen vorgelebt wird, dann versinkt ihr auch nicht in der erdrückenden Masse der vom Mainstream geformten Oberflächlichkeit. Damit verabschiedet sich ein stolzer Andréaner, wir sehen uns.
Euer Julien
Stets den Durchblick bewahrt
Mathematik-Leistungskurs mit Lucas Heyer
Gemeinsam mit Julien Franke hat auch Lucas Heyer den Schritt gewagt, nach seinem Abschluss an der Landesschule für Blinde und Sehbehinderte in Chemnitz bei uns am DWAG das Abitur abzulegen. Er entschied sich für die wohl bei vielen Schülern als größte Herausforderung angesehene Leistungskurskombination Mathematik - Physik. Ich durfte Lucas dabei zwei Jahre lang in meinem Mathe-Leistungskurs begleiten und hatte zunächst selbst viele Fragezeichen im Kopf bzgl. der Unterrichtsgestaltung und der Aufbereitung der Materialien. Denn ist es schon für Sehende nicht einfach, bei all den Formeln und Zahlen den Durchblick zu bewahren, so gestaltet sich für einen stark seheingeschränkten Schüler vor allem das Aufschreiben von mathematischen Ausdrücken als schwierig, da alles digital ablaufen muss. Lucas konnte zwar mit Hilfe der Bildschirmlupe meine Aufgaben, Formeln und Definitionen genauso wie der restliche Kurs lesen, aber für seine eigenen Mitschriften und für Lösungen in Arbeiten musste er sich der LaTeX-Schreibweise bedienen. Um einmal einen kleinen Einblick in den wesentlich größeren Schreibaufwand und den Verlust an Übersichtlichkeit zu bekommen, hier ein paar Beispiele:
War es für mich beim Korrigieren seiner Arbeiten bei anspruchsvollen und längeren mathematischen Ausdrücken manchmal eine Herausforderung, seine Lösungen für mich im Kopf zu „übersetzen“, so behielt er stets den Überblick und konnte die LaTeXSchreibweise perfekt anwenden. Wie so oft im Leben gab es auch auf die anderen Fragen eine Antwort. So löste Lucas Aufgaben zum Zeichnen mit einer gewissen Toleranz mit Bravour und auf Tafelbilder verzichteten wir weitestgehend und ersetzten sie mit PDF-Dokumenten, in denen Lösungen etc. zeilenweise vorgeschrieben waren. Und war ein Tafelanschrieb doch spontan einmal nötig, so halfen Beschreibungen und Lucas Gabe, vieles im Kopf rechnen zu können. Lucas, mit deiner sympathischen und lockeren Art und deinem mathematischen Verständnis warst du eine Bereicherung für unseren ohnehin schon sehr angenehmen und leistungsstarken kleinen Kurs und du verdienst meinen allergrößten Respekt, die zwei Jahre und das Abitur erfolgreich geschafft zu haben!
Jana Schaarschmidt
So urteilen unsere Fachlehrer
Julien Franke im Sportunterricht
Tobias Reuther Stellv. Schulleiter
Sportlehrer von Julien
Als ich vor zwei Jahren mit Julien den Kurswahlzettel ausfüllte, haben wir uns gefragt, welche Sportarten für einen blinden Schüler machbar sind. Judo ist besonders auch für blinde Menschen die ideale Sportart. Durch den Körperkontakt, der im Judo sehr ausgeprägt ist, haben Blinde und Sehgeschädigte nicht so viele Nachteile, wie in anderen Sportarten. Julien hat in dem halben Jahr gelernt, seinen Gürtel exakt zu binden, sich auf der Tatami (Matte) mit seinem Uke (Verteidiger) zu orientieren, die Fallschule vorwärts, rückwärts und seitwärts zu erlernen und natürlich als Tori (Angreifer) die Hüftwürfe rechts und links zu werfen. Julien hat eine schnelle Auffassungsgabe und ist sehr motiviert und ehrgeizig an die Kyu-Prüfung herangegangen. Mit seiner Partnerin Emily hat er fleißig auf der Matte die Inhalte der Prüfung geübt, die Begriffe auswendig gelernt und dann ohne Hilfe von anderen die Kyu-Prüfung zum 8. Kyu erfolgreich absolviert. Dazu möchte ich ihm noch einmal herzlich gratulieren. Julien ist von seinen Mitschüler/ Innen im Sportkurs sehr gut in den Unterricht integriert worden. Er hat mit Begleitläufer/Innen viele Erwärmungsteile und Unterrichtssequenzen mitmachen können. Oftmals hatten wir vergessen, einen blinden Jungen in unseren Reihen zu haben. Für mich als Sportlehrer war es auch eine neue, aber auch eine interessante und spannende Aufgabe, mit viel Geduld das Gezeigte zu beschreiben und zu erklären.
Julien Franke im Deutschunterricht
Jutta Neels
Auch wenn ich Julien schon seit der sechsten Klasse kenne, eingeprägt hat sich bei mir das Bild, als er in London am King‘s Cross Bahnhof steht und sich ablichten lässt – am legendären Bahnsteig 9 ¾. Ein Foto an der Stelle, wo Harry Potter zum ersten Mal mit dem Hogwarts-Express in die Zauberschule will und fast daran scheitert, dass er den Zugang zum Bahnsteig nicht finden kann. Das war in Klasse 8. Zum Glück sieht Harry rechtzeitig die Familie Weasley, die kurz vor Abfahrt des Zuges angerannt kommt und Harry zeigt, dass er nur beherzt durch die Mauer zu gehen braucht, um auf den Bahnsteig zu gelangen. Harry schafft den Zug und sein erstes Jahr in Hogwarts kann beginnen. Damals war Julien einer der größten Harry-Potter-Fans, die ich kannte, und er hat es seinem Idol gleichgetan: Beherzt hat er sich dafür entschieden, als erster blinder Schüler in Sachsen sein Abitur an einem ganz normalen Gymnasium abzulegen, am Dr.-Wilhelm-André-Gymnasium. Heute, fünf Jahre später, hat Julien sein Abitur in der Tasche. Und nicht nur das, er gehört zu den besten Abiturienten seines Jahrgangs. Es war sicher nicht immer ein leichter Weg, aber Julien ist ihn zielstrebig und mutig gegangen. Und im Gegensatz zum Romanhelden Harry Potter war hier keine Zauberei im Spiel.
Jutta Neels
Die Arbeitsgruppe "Klimaschule"
Seit Anfang des Schuljahres 2021/2022 hat das Dr.-Willhelm-André-Gymnasium eine Arbeitsgruppe „Klimaschule“ unter der Leitung von Frau Lau, Frau Held, Frau Wagner und Herrn Schirrmeister. Was hat es mit dieser AG auf sich?
Die AG Klimaschule ist durch den Gedanken entstanden, eine umweltfreundlichere Schule zu werden. Dies begann damit, ein System zur Trennung des Schulmülls einzuführen. Daraus entwickelte sich später die Arbeitsgemeinschaft in ihrer heutigen Form. Zum Klimaschule-Projekt gehören die Ganztagesangebote „Botanisches Gärtchen“ und „Öko-Markt“ und der Klimarat.
Mittlerweile reicht das umweltfreundliche Angebot des „Öko-Marktes“ (Klasse 5 – 7) von Waffeln (bei Bedarf auch vegan) aus Zutaten mit dem Bio- und Fair-Trade-Siegel, über Buchumschläge aus Graspapier bis hin zu recycelten Kerzen. Die Einnahmen werden zur Deckung der laufenden Kosten innerhalb der Arbeitsgruppe genutzt. Beim GTA „Botanisches Gärtchen“ (Klasse 8 – 10) wird das Schulgelände umgestaltet. Es soll zu Anschauungszwecken im Bio-Unterricht dienen, bienenfreundlicher werden und auch Möglichkeiten zum Naschen bieten. Eine Zusammenarbeit mit der Bibliotheks-AG zur Bereitstellung von Informationsflyern ist ebenfalls geplant.
Der Klimarat (ab Klasse 9) hat zum Ziel, weitere Umweltschutz-Projekte in der Schule anzustoßen. So fand zum Beispiel eine Altgerätesammlung statt, um vor allem alte Smartphones zur Weiterverwendung oder zum Recycling zu bringen. Es gibt noch viele weitere Ideen für eine umweltfreundlichere Schule, die in den nächsten Jahren umgesetzt werden sollen.
Johannes Matz, 6/4
Juniorwahl 2021
Hinter den Kulissen
Schule mal anders – am 16. und 17.09.2021 hatten die Schülerinnen und Schüler ab Klasse 7 die Möglichkeit, im Rahmen des bundesweiten Projektes „Juniorwahl“ ihre Stimme zur anstehenden Bundestagswahl abzugeben.
Die Vorbereitung und Organisation übernahmen als Wahlhelfer Hanna Charlotte Schmidt, Jannik Kai Riedel, Nils Frackowiak, Nicolas Ried. Als Lehrerin begleitete Frau Laurinat die Aktion. Bevor eine Wahl durchgeführt werden kann, benötigt jeder Wahlberechtigte einen Wahlschein. Das waren diesmal ca. 800 Schülerinnen und Schüler. Auf jeden Schein musste der Name, der Termin und der Ort der Wahl vermerkt werden, für uns Wahlhelfer eine Herausforderung, die am Wochenende auch mit Hilfe der Familie gemeistert wurde. Wer seine Stimme abgeben wollte, musste diesen Schein zur Wahl mitbringen. Am Wahltag wurde das Wahllokal – in diesem Falle der Musikkeller – „dekoriert“. Wie bei einer echten Wahl verwendeten wir Kabinen und Wahlurnen, ja sogar Siegel gab es zum Verschließen der Urne.
Als Wahlhelfer war es unsere Aufgabe, die Wähler zu registrieren, Stimmzettel auszugeben und evtl. Rückfragen zum Vorgang zu beantworten. Nils saß neben der Wahlurne und überwachte den korrekten Einwurf der Stimmzettel. Zu den Wahlzeiten hatten die Klassen 7–10 jeweils Perioden von maximal 20 Minuten während des Unterrichts. Schüler der Klassen 11-12 und Nachzügler aus anderen Klassen konnten in den Pausen wählen gehen.
Freitag 11:30 Uhr – Ende der Wahl. Fast jedenfalls. Denn nun begann der anstrengende Teil. Die Auszählung. Im Musikkeller bauten wir die Wahlkabinen ab und räumten die Tische zusammen, auf denen die Wahlzettel ausgebreitet wurden. Noch vor der Auszählung mussten die Schülerlisten abgeglichen werden, damit wir die Wahlbeteiligung ausrechnen konnten. Anschließend widmeten wir uns der Auszählung für die Stimmzettel. Lediglich zwei der Stimmzettel entsprachen nicht den Vorgaben und mussten ausgesondert werden. Die Auszählung der Erststimme folgte und zog sich einige Zeit hin, da jeder Stapel, der je einen Abgeordneten repräsentierte mehrfach ausgezählt werden musste. Frau Laurinat trug die Anzahl der Stimmen anschließend in eine Tabelle ein. Dasselbe Prozedere erfolgte mit den Zweitstimmen. Schlussendlich wurde alles noch einmal abgeglichen und die Prozente ausgerechnet. Wie bereits bekannt sein sollte, unterscheidet sich das Wahlergebnis der Juniorwahl maßgeblich von dem der Bundestagswahl. Deutlich überlegen ist am DWAG das Bündnis90/Grüne mit 26,4 %. Somit stärkste Kraft und Gefolgt von der FDP mit 19,20 %. Auf Platz drei landet die SPD mit 13,70 %. Diese Zusammensetzung lässt sich wie folgt erklären: Unsere Schule wird vorwiegend von liberalen bis links gerichteten Schülern besucht, welche teils auch aus wohlhabenderen Familien stammen. Ebenfalls hatten viele Schüler auch die Hoffnung etwas zu verändern und wollten schlichtweg eine andere Zusammensetzung der Parteien im Bundestag 2021, weshalb auch viele Kleinparteien punkten konnten. Dem gegenüber stehen viele vor allem alte Wähler, die wollten, dass es so bleibt, wie es ist und somit vor allem der CDU und SPD ihre Stimme anvertrauten. Kleinparteien kamen da oft nicht in Frage.
Persönlich war es eine sehr gute Erfahrung aktiv an diesem Projekt beteiligt gewesen zu sein und den Mechanismus einer Wahl, wenn auch als Simulation erleben zu dürfen. Eine Wahl zu organisieren und die abgegebenen Stimmen anschließend auszuzählen war mal was anderes im sonst so gleichbleibenden Schulalltag. Und – viel Spaß hatten wir auch dabei!
G. Laurinat
δημοκρατíα!
Rede zur Demokratie
Sie sei langsam. Sie sei schwach. Sie sei kaputt und zerfallen. Sie sei krank und tot.
Doch ist sie nicht wie ein Fahrzeug? Bereits vor 2500 Jahren erschuf man das Grundgerüst. Sie sorgte für Fortschritt, bis Sabotage und Intrigen sie zerlegten. In den folgenden Jahrhunderten wurde sie vergessen. Fortschritt durch Stillstand war die Maxime. Doch im Laufe der Zeit riefen die alten Wege und die neuen Pfade dazu auf, beschritten zu werden. Es brauchte Bewegung. So spross ihr Gedanke in den Köpfen der Menschen. Sie setzten ihn um. Aus dem vergessen geglaubten Grundgerüst wurde das funktionale Gefährt. Trotz des vielen Gegenverkehrs schaffte sie den so ersehnten Fortschritt. Jedoch nahm sie mit jedem Schlagloch ein klein wenig Schaden. Man ruhte sich auf ihrer Fortbewegung aus und vergaß dabei, sie zu reparieren. Man schätzte, nein, man schätzt ihre Dienste nicht mehr wert! Statt sie zu reparieren, soll sie durch etwas Altes Neues ersetzt werden.
δημοκρατία! Sie ist die Demokratie. Warum haben wir aufgehört, sie zu reparieren? War sie nicht gut genug, ist sie nicht gut genug? Ja, sie ist nicht vollkommen. Nein, sie ist nicht perfekt. Doch sie kennt ihre Lücken, deren Reparaturen allein an uns liegen. Warum handeln wir nicht?
Wir Deutschen, wir Europäer, wir Demokraten der Welt – wir sind gespalten, in die, die kritisieren, die, die zweifeln und die, die ignorieren. Der Stillstand ruft von innen und von außen. Er ist rechts von uns, links von uns, unter uns – in uns und um uns. Er denunziert uns, bedroht uns, attackiert uns! Und wir? Wir sind gespalten.
Anstatt uns dem Gegenwind zu widersetzten, lassen wir uns von der vermeindlich glückbringenden Ruhe des Stillstands verleiten. Anstatt durch die Wälder der Stille, über die Felder der Unterdrückung, durch die Wellen der Angst zu navigieren und den Hafen der Insel der Freiheit anzusteuern, verlieren wir uns in den unendlichen Weiten der Ignoranz.
Seit Jahrhunderten kämpfen wir für Meinungspluralismus, Freiheit, Mitbestimmung und Unantastbarkeit unserer Würde. Unsere Vorfahren ließen ihr Leben in blutigen Schlachten, damit wir heute diese Privilegien genießen können. Leider sind sie nicht selbstverständlich. Gier und Hass machen aus Menschen Diktatoren – und aus Diktatoren Feinde der Menschen. Die Demokratie wird ihr Gegner. Sie denunzieren sie, bedrohen sie, attackieren sie. Und wir? Wir ignorieren sie.
Was ist unsere Aufgabe? Was sollen wir machen? Wie die Geschichte gezeigt hat, war es falsch, die Bedrohungen im Nahen Osten zu suchen. Wir sollten Außenpolitik mit Worten und Diplomatie gestalten, nicht mit Gewalt und Abschreckung. Der Griff zur Waffe sollte das letzte Mittel zur Lösung eines Konfliktes sein. Denn er ist schändlich. Er zeugt von Stillstand. Wir sollten ein Vorbild für alle Menschen dieser Welt sein. Eine Gemeinschaft von Glück, von Recht, von Freiheit und von Gerechtigkeit. Wir sollten unsere Werte mit Worten in die Welt tragen, nicht mit Waffen. Wir sollten den Frieden wahren und den Krieg verurteilen. Denn wenn es eines gibt, was wir Europäer, besonders wir Deutschen kennen, dann ist es ein Leben im Krieg. Wir sollten uns unserer Privilegien bewusst werden und sie schätzen und schützen.
Doch was heißt das konkret? Wie können wir das angehen? Der erste Schritt sollte sein, uns der Schwächen der Demokratie bewusst zu werden. Sie zu suchen und zu finden. Möglich ist dies, indem wir uns Gedanken machen, besonders wir Deutschen, als ein Volk der Dichter und Denker. Des Weiteren müssen wir uns die Kritiken der Unzufriedenen anhören, solange sie fair und sachlich formuliert werden. Denn für einen Dialog aus Hass findet sich unter uns kein Zuhörer.
Mit diesen Erkenntnissen ist es uns möglich, gemeinsam an unserem alten Gefährt der Demokratie zu arbeiten und sie wieder zu dem zu machen, was sie einmal war: „Die größte Erfindung des menschlichen Zusammenlebens“. Ich bin stolz auf diese Errungenschaft, als eine der höchsten menschlicher Intellektualität. Und ich hoffe, ihr seid es auch.
Nun ist es an der Zeit, dies zu erkennen. Es ist an der Zeit, die Kritiker gemeinsam zu überzeugen. Darum lasst uns alle Demokraten sein und endlich anfangen zu reparieren, statt zu ignorieren!
Lennart Hartmann, 11/9
Stolperstein für Werner Michalis Götz
Stolpersteine – ein weltweites Projekt des Gedenkens und Erinnerns. In Chemnitz fanden am 17. Mai 2022 ab 11:30 Uhr dreiundzwanzig Stolperstein-Verlegungen statt, die an Bürgerinnen und Bürger erinnern sollen, die zwischen 1933 und 1945 von den Nationalsozialisten verfolgt, deportiert, oder in den Tod getrieben wurden. Eine dieser Verlegungen war 12:40 Uhr an der Ecke Andréstraße/Walter- Oertel-Straße für Herrn Werner Michaelis Götz (23.08.1904 – 27.05.1943) mit Schülerinnen und Schülern des Dr.-Wilhelm-André-Gymnasiums als Paten. Die Stadt war zuvor auf unseren Schülerrat zugekommen und hatte gefragt, ob unsere Schülerschaft die Patenschaft für den Stolperstein übernehmen würde. Unsere Schülerschaft und auch der Förderverein des DWAGs haben gerne zugestimmt und nun sind wir stolze Paten eines Stolpersteins.
Das Einsetzen und Schmücken des Stolpersteins durch Kerzen und Blumen wurde von einem kleinen Programm begleitet. Es waren mehrere Angehörige aus Israel bei der Verlegung anwesend und einer von ihnen sprach zu Beginn eine emotionale Rede an die zahlreich erschienenen Zuhörer und Zuschauer. Die Klasse 9/1 sang anschließend gemeinsam mit der Songwerkstatt des DWAGs deren eigene Version des Songs „We are here“ von Alicia Keys. Es folgte ein umso emotionaler Gesangs-Beitrag von Johann Sohn auf Jiddisch, der allein durch sein gekonntes Gitarrenspiel und sein Gesangssolo alle zum Schweigen und Gedenken brachte. Die Songwerkstatt rundete das Programm mit dem passenden Titel „Imagine“ von John Lennon ab und damit war der Stolperstein verlegt. „Werner M. Götz wurde 1938 während des Novemberpogroms in Schutzhaft genommen und in das Pogromsonderlager in Buchenwald verschleppt. Es folgte Zwangsarbeit in der Zieglei Richard Theyson im Ortsteil Borna. Ab 1940 war er in verschiedenen jüdischen Umschulungs- und Einsatzlagern, bis er 1943 nach Auschwitz deportiert wurde. Dort starb er kurze Zeit später an Flecktyphus.“ (chemnitz.de)
Für Interessierte hier ein paar Links zu Stolpersteinen:
https://www.stolpersteine.eu/start/
https://www.chemnitz.de/chemnitz/de/ unsere-stadt/geschichte/stolpersteine/ verlegung_20220517.html
Jordan S. König, 10/3
Ukrainehilfe
Liebe Klassenstufe 5 und 6,
Die aktuellen Ereignisse in der Ukraine sind schwer zu fassen und beschäftigen auch die Schülerinnen und Schüler unseres Gymnasiums.
Nach vielfältigem Austausch sowohl innerhalb als auch außerhalb des Unterrichtsgeschehens, war und ist eine große Anteilnahme und Hilfsbereitschaft seitens der Schüler und Schülerinnen zu verzeichnen. Viele wollten und wollen Taten sprechen lassen und in ihren Möglichkeiten, Unterstützung für die Menschen in der Ukraine anbieten.
Neben der bereits stattgefundenen erfolgreichen Spendenaktion in Form eines Kuchenbasars, wurden darüber hinaus zahlreiche Sachspenden unserer Schülerschaft und ihrer Familien abgegeben. Neben Hygieneartikeln, Notwendigem für die Versorgung von Babys und Kleinkindern, wurden ebenso Kleidung und Medikamente von Schülern und Schülerinnen in der Schule gesammelt und sortiert. Der Chemnitzer Hilfsverein „Chemnitz hilft Ukraine“ dient hierfür als erste Sammelstelle und transportiert die Sachspenden direkt an Bedürftige in der Ukraine. Die Spendenaktion an unserem Gymnasium war ein großer Erfolg – circa 100 Pakete konnten wir an „Chemnitz hilft Ukraine“ weitergeben!
Doch die Hilfsbereitschaft und die damit verbundenen kreativen Einfälle der Schüler und Schülerinnen, sowohl finanzielle als auch sachliche Unterstützung zu leisten, geht weiter! Somit besteht die Möglichkeit, auf einem Flohmarkt im Andrégymnasium „alte“ Schätze zu spenden und neue Schätze käuflich zu erwerben.
Weitere Ideen stecken bereits in den Startlöchern.
Wir bedanken uns voller Stolz und Überwältigung bei allen, die diese Aktionen aktiv und/oder passiv unterstützen!
Johanna Rikowski
ich möchte mich ganz herzlich für die vielen Spenden bedanken.
Die erste „Fuhre“ wurde von einer ukrainischen Ärztin, die hier in Chemnitz arbeitet, selbst organisiert und mit einem privaten LKW in die Ukraine gefahren. Die weiteren Spenden wurden an den Verein Freunde DER Ukraine e. V. übergeben, auch weitere Spenden werde ich dorthin schaffen. Der Verein betreibt eine eigene Internetseite (www.freunde-der-ukraine.de) und ist bei Facebook aktiv, dort könnt ihr verfolgen wohin die Spenden gehen.
Hauptsächlich verantwortlich ist Olga Hermsdorf (auch sie findet ihr bei Facebook), sie hat in der Ukraine eine Mittelsmännin, die dann ab dort die Koordination und Verteilung der Spenden übernimmt. Gern nehme ich auch weiterhin Spenden entgegen und leite Sie an den Verein weiter. Der Verein sucht auch immer wieder Freiwillige, die beim Sortieren und Packen der Spenden helfen. Wer Lust und Zeit hat, schaut gern mal auf der Internet- oder Facebookseite vorbei.
Herzliche Grüße
Sarah Melzer (Chemnitz hilft Ukraine)
Lauf um zu helfen
Spendenlauf
„Für die Gesundheit und für das Spendenkonto.“ – damit beschreibt Frau Rikowski perfekt die Ziele des Spendenlaufes.
Sie sagt zudem, dass Sport absolut verbinde, egal ob bei der EM, WM oder einfach nur im lokalen Verein. Und sie hat Recht, denn Sport hat schon immer dafür gesorgt, dass Menschen aus unterschiedlichsten Ländern und Kulturen näher zusammenrücken und sich gegenseitig helfen.
Und genau das brauchte es auch. Am 24. Februar hatte Russland die Ukraine überfallen und damit in Europa einen Krieg angefangen, welcher vor allem in der ukrainischen Bevölkerung für viel Leid sorgt. Um den größten Opfern dieses Krieges, der Zivilbevölkerung, zu helfen, braucht es Geld.
Deshalb organisierte unsere Schule am 14.04.2022 einen Lauf, um Spenden für eine Schule in der Ukraine zu sammeln. Dabei suchte sich jeder Teilnehmer Sponsoren, welche einen gewissen Betrag für jede erlaufene Runde spendeten.
Diese erstreckten sich einmal um den Schlossteich und war etwa 1,3km lang. Die Läufer hatten eine Stunde Zeit, so viele Runden wie möglich zu rennen. Herr Gersdorf, unser Schulleiter, eröffnete gegen 14 Uhr den Lauf.
Er selbst fand die Zahl der 250 beteiligten Schüler großartig. Am Ende kamen rund 7000 € zusammen.
Florian Melchert, 11/6
Eine unvergessliche Stunde
„Hallo, Frau Kollegin“, begrüßt mich Frau Heinzig bei meinem Besuch in der Seniorenresidenz auf dem Kaßberg.
Uns verbinden 70 Jahre Lehrerinnendasein, mehr als 30 Jahre haben wir beide an derselben Schule gelehrt. Es sollte nicht die einzige Gemeinsamkeit bleiben. In der nächsten Stunde lerne ich eine Frau kennen, die in mir den Wunsch und die Hoffnung gleichzeitig weckt, nach einer langen Dienstzeit an der Schule 90 Jahre alt und bewundernswert fit und vital zu werden. Warum Lehrerin? Sie sei eben „kinderverrückt“, das habe bis heute angehalten. Die Liebe zum Kind sei von Anfang an ihre Motivation gewesen. Ein altes Foto der Schule betrachtend zeigt sie mir jedes Zimmer und den Ort ihres geliebten Schulgartens. Kindern die Natur nahezubringen, gemeinsam etwas anzubauen und wachsen zu sehen, war ihr sehr wichtig. Auch das haben wir gemeinsam. Im Keller der Schule gab es eine Champignonzucht. Frau Heinzig interessierte sich sehr für unsere André-Bienen. Kurz nach der eigenen Schulzeit als Berufschullehrerin in Oschatz begonnen, waren ihre Schüler kaum jünger als sie. Sogar der Schulrat sah das kritisch, wurde aber eines besseren belehrt. Nach ihrer Heirat, der Geburt ihrer zwei Kinder und dem Umzug nach Karl-Marx-Stadt begann Frau Heinzig aushilfsweise an mehreren Grundschulen zu arbeiten. Sie erhielt innerhalb einer Woche drei Angebote zur Festanstellung und entschied sich für die Andréschule I, eine Schule mit damals ca. 1000 Schülern. 42 Kinder in einer Klasse waren nicht selten. Trotz oder vielleicht gerade wegen dieser vollen Klassenzimmer suchte Frau Heinzig, so oft es ging, nach neuen Methoden, fuhr regelmäßig in den Ferien nach Berlin zur Pädagogischen Woche, um das auf den Vorträgen Gehörte sofort im neuen Schuljahr umzusetzen. Mit Erfolg: ihre Schüler gewannen wiederholt Preise bei den Mathematikolympiaden der Stadt. Keine Gemeinsamkeit, zumindest was das Fach betrifft. Aber auch ich freue mich über Schüler, die beim Englisch-Kreativpreis vordere Plätze belegen. Nach Anekdoten aus ihrer Lehrerzeit befragt, beeindruckt sie mit einem unfassbaren Namensgedächtnis. Während ich nach einem halben Jahr noch immer Probleme habe, Helene, Helena, Helen, Lene und Lena auseinanderzuhalten, erinnert sie sich an den Erstklässler Bernd Schädlich, der sie mit einer weißen Kutsche zur Kirche fahren und heiraten wollte. Oder an die Schülerin Maria Scholz, die in Klasse 3 vor dem jährlichen Schülerkonzertbesuch fragte, ob sie, wie Mama vor dem Ausgehen, Lippenstift auftragen solle. Frau Heinzig feierte gern mit ihrem Kollegium, denkt zurück an Frauentage, Lehrertage, Ausfahrten. Ich wiederum freue mich sehr, dass in diesem Jahr nach drei Jahren Coronapause endlich wieder ein Lehrerwandertag stattfindet. Eins überraschte mich doch: vor jedem Pädagogischen Rat und jeder Gewerkschaftversammlung wurde ein Lied mit Klavierbegleitung gesungen – vielleicht eine Anregung für künftige Dienstberatungen, sicher aber ein Zeichen des musischen Geistes, der damals wie heute das ehrwürdige Gebäude bewohnt. Die Andréschule I war Gründungsort des Pionierensembles, besaß als einzige Schule eine musische Ausrichtung und ist von jeher ein Platz für künstlerisch begabte junge Menschen. Frau Heinzig blieb der Andréschule 30 Jahre lang bis zum Rentenalter treu. Nicht nur einer Schülerin, wie Frau Trampenau (s. Artikel rechts), wurde sie zum Vorbild bei der Berufswahl, auch Kolleginnen nach 30jähriger Dienstzeit können aus der Begegnung mit dieser Lehrerbiografie Kraft und Motivation schöpfen. „Ich war eine strenge Lehrerin!“, sagt sie nach einer kurzen Pause. Ob das eine Gemeinsamkeit zwischen uns ist, mögen meine Schüler beurteilen. Wir hatten uns bereits verabschiedet, da äußert sie eine Bitte: „Streicheln Sie einen Stein für mich an meiner alten Schule.“ Dem komme ich gerne nach. Danke für diese wunderbare Stunde.
Romy Haubensak
Meine erste Lehrerin
Wie mit dem Schultütenbau alles begann
Ich, Heike Trampenau, geborene Grundmann, bin Jahrgang 1964 und wuchs im sozialistischen Karl-Marx-Stadt auf. Mit meiner kleinen Geschichte möchte ich einen Beitrag zum 30-jährigen Bestehen des Andrè-Gymnasiums leisten. Denn auch ich habe von 1971 bis 1977 in der André-Schule I und danach in der zur umbenannten Bertolt-Brecht-Schule bis 1981 lernen dürfen. Schon mit vier und fünf Jahren spielte ich gern mit Puppen und Bären Schule. Ich setzte sie nebeneinander, gab ihnen jeden Tag andere Namen, sprach sie an und hielt so meine Dialoge. Mal aus Sicht einer Lehrerin, dann wieder aus Schülersicht. Da ich nie einen Kindergarten besuchte, hatte ich also ausgiebig Zeit, mich diesem Spiel zu widmen. Wie alle Kinder in diesem Alter träumte ich davon, einmal Tierarzt, Krankenschwester oder eben Lehrerin zu werden. Meine Einschulung rückte näher und mein Vater, welcher auch in den Kriegs und Nachkriegsjahren die Andréschule besuchte, ging mit mir oft den Schulweg ab. Zur damaligen Zeit bekam ich von meinen Eltern zu hören, dass eine Schultüte, bevor man sie erhalten kann, erst an einem „Schultütenbaum“ reifen muss. Diese Aussage erhöhte natürlich die Vorfreude und befeuerte die Phantasie. Und dann, am Samstag, dem 04. September 1971 war es endlich soweit. Die Erwachsenen waren der Meinung, dass die Schultüten nun „reif“ wären und vom Baum geerntet werden durften. Alle Schulanfänger und Familienangehörige fanden sich in der damaligen großen Turnhalle ein. Tatsächlich nahm ich wahr, dass dort ein riesiger Schultütenbaum stand, welcher mit verschiedenen bunten, kleinen und großen Schultüten behangen war. Nach und nach durfte sich jedes Kind seine Tüte abholen, bis auch ich endlich meine in den Händen hielt. Und dann trafen wir Kinder der Klasse 1a zum ersten Mal auf unsere Klassenlehrerin Frau Heinzig. Unbewusst nahm ich wahr, mit wieviel Freude und Geschick diese Frau die aufgeregten Kleinen lenkte und leitete. Schon auf dem Nachhauseweg spürten meine Eltern meine Begeisterung für die Schule, das Lernen und Frau Heinzig. An diesem Einschulungswochenende sprach ich zum ersten Mal davon, Lehrerin zu werden. Frau Heinzig begleitete uns während unserer Grundschulzeit bis zur vierten Klasse. An einen Schultag der besonderen Art kann ich mich noch bis heute erinnern. Frau Heinzig lud interessierte Schüler zu sich nach Hause ein und gab dort einen Handarbeitsnachmittag. Wir übten uns im Häkeln und Stricken. Auch dieses Erlebnis bestärkte meinen vorgefassten Berufswunsch, Lehrerin zu werden. 1977 wurde dann die André-Schule in die Bertolt-Brecht-Schule umbenannt. Die letzten Schuljahre galten auch der Berufsorientierung, aber mein Entschluss seit dem ersten Schultag stand fest: Ich werde Lehrerin. Eine Alternative hatte ich nicht. 1981 begann ich mein vierjähriges Pädagogikstudium am „Institut für Lehrerbildung“ in Rochlitz. Nach erfolgreichem Abschluss arbeitete ich dann sieben Jahre als Erzieherin an der Oberschule für Körperbehinderte in Karl-Marx-Stadt und war jeden Tag froh, dass mich meine erste Lehrerin Frau Heinzig seit dem ersten Schultag so gefesselt und neugierig auf den Lehrberuf gemacht hatte. Im Zuge der deutschen Einheit traten dann einige Veränderungen ein. Ich zog mit meiner Familie Anfang der neunziger Jahre nach Bayern und bin, trotz anderer Arbeitsangebote, der Pädagogik treu geblieben. Ich übte bis 2011 den Beruf einer Erzieherin in einem Kindergarten aus. Zwischenzeitlich hatte ich den Kontakt zu Frau Heinzig etwas verloren, aber die Gedanken an sie nie. Schon oft erzählte ich meinen Werdegang und wie intensiv mich mein erster Schultag geprägt hatte. Während eines Klassentreffens, zu dem auch Frau Heinzig geladen war, frischte ich meine Verbindung zu ihr wieder auf. Mittlerweile schreibe ich und wir telefonieren wieder regelmäßig. Im September 2021 jährte sich meine Einschulung zum 50. Mal und Frau Heinzig feierte im Oktober ihren 90. Geburtstag. Dies nahm ich als Anlass zu einem persönlichen Besuch bei ihr. Gemeinsam verbrachten wir einen schönen und intensiven Herbstnachmittag am Schlossteich in Chemnitz. Wir standen am Ufer, hielten uns an den Händen und Frau Heinzig erklärte mir, dass hier besonders viele Ulmen stehen würden. Durch und durch Lehrerin, zeigte sie auf die Bäume und erklärte mir deren Wuchs. Gerührt lauschte ich ihren Ausführungen. Eine sagenhafte Frau, eine sagenhafte Verbindung. Ich bin unheimlich dankbar, dass ich sie kennenlernen durfte. Und es zeigt sich wieder einmal: „Die Liebe zum Lehrer baut goldene Brücken.“ Allen jetzigen und zukünftigen Schülern des Andrégymnasiums wünsche ich ähnlich positive und prägende Erfahrungen.
Heike Trampenau
Lass dir deinen Traum nicht ausreden
Interview mit Luise Emilie Tschersich
Luise Emilie Tschersich hat Stress – und das ist gut.
Nach gut zwei Jahren Pandemietristesse, die dem 4jährigen Studium an der Hochschule für Schauspielkunst in Berlin folgte, ist sie happy, aufgeregt und betrachtet immer noch staunend ihren gegenwärtigen Alltag: fünf Tage pro Woche à 10 Stunden Drehzeit für ihre Hauptrolle in Staffel 4 der ZDF-Serie „Blutige Anfänger“. „Gedreht wird in Berlin, obwohl die Handlung überwiegend in Halle spielt“, verrät sie Insiderwissen – für sie ein großer Vorteil: Sie kann nach langen Drehtagen in ihrer eigenen Wohnung entspannen und sich dem Drehbuch für die nächsten Tage widmen. Das bekommt man immer nur für einen Drehblock. Daher weiß sie auch nichts über den Ausgang der Staffel. Am drehfreien Feiertag findet sie Zeit für einen Plausch am Telefon.Luise Emilie Tschersich hat Stress – und das ist gut. Nach gut zwei Jahren Pandemietristesse, die dem 4jährigen Studium an der Hochschule für Schauspielkunst in Berlin folgte, ist sie happy, aufgeregt und betrachtet immer noch staunend ihren gegenwärtigen Alltag: fünf Tage pro Woche à 10 Stunden Drehzeit für ihre Hauptrolle in Staffel 4 der ZDF-Serie „Blutige Anfänger“. „Gedreht wird in Berlin, obwohl die Handlung überwiegend in Halle spielt“, verrät sie Insiderwissen – für sie ein großer Vorteil: Sie kann nach langen Drehtagen in ihrer eigenen Wohnung entspannen und sich dem Drehbuch für die nächsten Tage widmen. Das bekommt man immer nur für einen Drehblock. Daher weiß sie auch nichts über den Ausgang der Staffel. Am drehfreien Feiertag findet sie Zeit für einen Plausch am Telefon.
Wie bist du zur Schauspielerei gekommen?
In ihrem Elternhaus weht Theaterluft, früh beginnt sie in Kindermusicals der Musikschule am Thomas-Mann-Platz zu spielen: Drei Wünsche frei, Wundersame Weihnachtszeit, Felicitas Kunterbunt, Alles Cool … Neben der Schule spielt sie Theater, beispielsweise in Projekten des Theaterjugendclubs KarateMilchTiger wie Küsse.Bisse. Penthesilea nach Heinrich von Kleist.
Was war das bisher beeindruckendste Erlebnis deiner Karriere?
Luise überlegt kurz und nennt dann ihren ersten Fernsehfilm Zero (2021), denn „es war unglaublich, mit Schauspielerinnen und Schauspielern wie Heike Makatsch und Sabin Tambrea arbeiten zu dürfen, die du selbst im Fernsehen bewunderst.“ Ähnlich positives Erstaunen erlebt sie durch ihre Rolle in der Serie Druck von 2019. „Auf Fan-Events fühlt sich das heftig an zu realisieren, wie viele Leute sich das angesehen haben.“ Nachdem man 500 Hände geschüttelt hat, begreift man die Reichweite“ des eigenen Tuns. „Oh mein Gott, wie cool!“ Die Tatsache, dass Luise das noch immer nicht als selbstverständlich betrachtet, beweist ihre Bodenständigkeit, an der auch ihre Heimatstadt Chemnitz einen großen Anteil habe.
Was hältst du von Chemnitz?
Chemnitz erinnere Luise immer wieder daran, „wie sehr man für Sachen kämpfen musste.“ Überhaupt habe sich das Verhältnis zur Stadt verbessert, seit sie nicht mehr dort wohne. Habe sie früher „nie so doll an der Stadt gehangen“, so finde sie sich jetzt häufig in Situationen, in denen sie Chemnitz verteidigt, betont, dass man sich nicht für die Stadt schämen müsse, sie nicht nur aus Faschisten bestehe, sondern Menschen die Chance biete, das aus ihrem Leben zu machen, was sie möchten. Dafür sei sie ihrer Heimatstadt dankbar, der Stadt ihrer Eltern und ihrer Freunde. Als zukünftige Kulturhauptstadt habe Chemnitz noch Luft nach oben, die längst überfällige Renovierung des Schauspielhauses sei ein guter Schritt in die richtige Richtung.
An welchem Ort fühlst du dich am wohlsten?
Stockholm, ihrem Ruhepol. Luise schätzt die Kultur, die Menschen und die Sprache, die sie seit ihrem 15. Lebensjahr lernt. Und Berlin – auch wenn sie ursprünglich gar nicht dahin wollte, zu viele Menschen. Jetzt, nach dem Studium muss sie nicht mehr dort wohnen, sondern sie darf, findet die Stadt plötzlich cool, vor allem, dass „es dort immer abgeht.“
Welche Erinnerungen hast du an das Andrégymnasium?
Eine verrückte Zeit: Schule, nachmittags Musicals, Schauspiel, Musikschule und viele Hausaufgaben. Skilager, London, Klassenfahrten. Die letzten drei Jahre bereichert durch die Mitschüler vom Chemnitzer Schulmodell und damit den Freundeskreis plötzlich in der eigenen Schule zu haben. Das durchaus nicht selbstverständliche Künstlerische Profil. Leider keine Theater-AG. Den Satz: „Luise Emilie, wir sind hier nicht im Theater!“ Kunstdebatten im Grundkurs Kunst, die dann doch in 15 Punkten endeten. Gemeinsam mit Heinrich alles besser wissend auf der letzten Bankdes Leistungskurses Deutsch sitzend – ärgerliche 9 Punkte für „Hamlet“ …
Was gibst du gegenwärtigen AndréanerInnen mit auf den Weg?
„Genießt die Zeit! Lasst euch eure Träume von niemandem ausreden. Oh Leute, ihr könnt das schon, egal, wer was dagegen sagt. Wandelt Bedenken anderer in Motivation und Tatendrang um!“
Luise Emilie Tschersich hat ein Angebot für euch: Sie ist gerne Ansprechpartnerin für jene, die einen ähnlichen Weg gehen möchten.
Ganz lieben Dank auch im Namen meiner Schülerinnen und Schüler.
Romy Haubensak
PS: Ich weiß schon, was ich ab Oktober mittwochs 19:25 Uhr mache.
Axtwerfen und Seemannsknoten
Klassenfahrt der Klassen 5/1, 5/3 und 5/4 nach Eisenberg
Am Montag, dem 04. Oktober 2021, fuhren wir, die Klasse 5/1 sowie die 5/3 und 5/4 in die Jugendherberge "Froschmühle".
Um 10:00 Uhr liefen wir alle zum Bus, der bereits auf uns wartete. Nach einer ungefähr einstündigen Fahrt kamen wir an einer kleinen Mühle an und mussten erstmal unser Gepäck aus dem Bus holen. Es wartete wieder ein kleiner roter Transporter auf uns, aber dort sollten nicht wir mitfahren, sondern unser Gepäck. Denn wir mussten jetzt erst noch ein paar Kilometer laufen, aber die kleine Wanderung durch den Wald gefiel uns sehr gut. Als wir dann endlich ankamen, ging’s gleich zum Mittagessen. Das war lecker! Kurz darauf durften wir uns erstmal unsere Zimmer angucken. Dann startete auch schon das Piraten-Programm. Die Klasse 5/4 startete mit den Teilen des Schiffes. Dafür bekam jeder ein Kärtchen, wo ein Teil drauf stand. Und dann mussten wir es an einer kleinen Tafel zuordnen. Es war sehr interessant. Danach haben wir gelernt, welche Flagge zu welchen Piraten gehört und durften unsere eigene Flagge gestalten.
Dann ging’s auch schon zur letzten Station. Da durften wir aus Leder eine kleine Tasche basteln. Von 16:00 Uhr bis 18:45 Uhr spielten wir draußen oder in unseren Zimmern. Das anschließende Abendessen schmeckte wieder sehr gut. Danach hatten wir bis 21:00 Uhr Freizeit zum Spielen. Ab 22:00 Uhr war Nachtruhe. Ein schöner erster Tag war zu Ende. Insgesamt haben wir an den drei Tagen viele interessante Dinge erfahren und gelernt, wie zum Beispiel Axtwerfen oder Münzen prägen, Messerwerfen, aber auch wie man einen Seemannsknoten macht. Das Frühstück dort war sehr lecker und die Zimmer waren auch sehr toll. Es gab neben der Jugendherberge auch einen Spielplatz mit Schaukeln, einer Rutsche, Tischtennisplatten und zwei Fußballtoren. Den haben wir nicht so oft benutzt, denn er war sehr schlammig, weil es fast die ganze Zeit geregnet hat. Die Katastrophe war natürlich, dass es kein WLAN gab. Vor allem die Mädchen haben sich darüber aufgeregt. Am Dienstagabend gab es ein kleines Tischkicker-Turnier, gewonnen haben Bruno und Karl Flade aus der Klasse 5/3. Das war eine tolle erste Klassenfahrt am Gymnasium.
Oskar Morgner, 5/3 und Martha Berger, 5/4
Grünheide: Wir kommen. Endlich.
Klassenfahrt der Klasse 9
Homeschooling, große Ungewissheit, zu Hause bleiben, Quarantäne. Erneut hat das Corona-Virus unserem Schuljahr 2020/21 einen Strich durch die Rechnung gemacht, sodass eine Klassenfahrt lange Zeit unabsehbar war.
Doch aufgrund der sinkenden Infektionszahlen und Dank Herrn Bindrichs großem Engagement konnten wir am 19.07.2021 unsere Fahrt in die Jugendherberge „Grünheide“ antreten. Nach der Testung am Morgen und einer 45minütigen Busfahrt sind wir im ländlichen Vogtland angekommen. Direkt nach dem Beziehen der Bungalows und dem Mittagessen starteten wir mit unserem im Voraus geplanten Programm. Witterungsbedingt musste der Kletterwald-Besuch leider verschoben werden. Doch auch das Geocaching hat uns (zumindest der einen Gruppe) großen Spaß bereitet. In zwei Gruppen geteilt, marschierten wir durch das Grünheider Hochmoor und lösten die versteckten Aufgaben. Jedoch verlief sich Gruppe zwei, kam vom Weg ab und musste sich durch ein Fichtendickicht schlagen, um an den vermissten Cache zu gelangen. Währenddessen nutzte die andere Gruppe bereits die Zeit, um sich von der zehn Kilometer langen Wanderung auszuruhen. Wenn auch nicht wie vorgesehen, kam letztendlich auch die zweite Gruppe mit zwei Stunden Verspätung gerade so rechtzeitig zum Abendessen wieder an. Bei dem reichlichen Buffet konnten wir neue Kraft für das abendliche Bowlingturnier sammeln. Mit viel Lachen ging unser erster Abend der Klassenfahrt zu Ende. Trotz sämtlicher Hoffnungen auf etwas mehr Schlaf mussten wir am nächsten Morgen um 7:40 Uhr zum Frühstück erscheinen. Glücklicherweise hatte wir danach bis Nachmittag freie Zeit, die wir gemeinschaftlich zum Volleyball- und Tischtennisspielen nutzten. Danach wanderten wir mit der wie immer unübersehbaren Motivation Herr Bindrichs und in Begleitung von Frau Herrmann zum nahegelegenen Vogtlandsee. Trotz des sehr kalten Wassers wagten sich einige von uns hinein und wurden mit einer Runde Kekse belohnt. Mit Musik und guter Laune marschierten Herr Bindrichs sogenannte „Freunde des Sports“ wieder in die Jugendherberge. Anschließend vergnügte sich die Hälfte der Klasse bei einem Pit-Pat-Turnier, während der Rest seine Volleyballfähigkeiten unter Beweis stellte. Danach trafen sich alle zum abendlichen Buffet. Der heutige Höhepunkt war das gemütliche und gemeinsame Sitzen am Lagerfeuer. Im Flammenschein wurde es Zeit für eine Runde Werwolf. Nachdem alle einmal dem Tod ins Auge geblickt hatten, ließen wir den Abend mit Gesang und Gitarrenspiel ausklingen. Das Erlöschen des Feuers war für uns das Zeichen für die Bettruhe. Doch die Nacht war noch lange nicht vorbei, denn in einem unserer Bungalows begannen nun zahlreiche Uno-Runden, begleitet vom wummernden Bass der Techno-Musik.Nach dem für uns alle viel zu frühen Frühstück begann nun der dritte und leider letzte Tag in der Jugendherberge. Wieder einmal wurde unsere Klasse geteilt, um die Künste des Bogenschießens zu erlernen. Die Zeit bis zum Mittag, verbrachten wir erneut mit sportlichen Aktivitäten. Anschließend lud uns der gute Herr Bindrich auf ein Eis ein. Glücklicherweise war es ein sonniger Tag und wir konnten unseren Programmpunkt Kletterwald nachholen. Während Herr Bindrich Spaß und Geschick beim Klettern erwies, blieb Frau Herrmann unten und hatte ein Auge auf uns. Der krönende Abschluss unserer kleinen Reise sollte die Disco am Abend sein. Leider entsprach diese nicht ganz unserer Vorstellung, denn das Festzelt wurde von lauter jüngeren Kindern belagert, sodass wir unsere eigene Party auf die Beine stellten. Kurzerhand war der Bungalow ausgeräumt und eine wunderbare Tanzfläche entstanden. Aus Begeisterung für den starken Klassenverband kaufte er uns sogar Knabberzeug, um den Abend unvergesslich zu machen. Nach den ersten zögerlichen Tanzschritten legte unser DJ Jakob auf, bis die Hütte bebte. Während Herr Bindrich sich als verantwortungsbewusste Aufsichtsperson der Rolle als Fotograf hingab, überraschte uns Frau Herrmann mit ihren Dance Moves und ihrem famosen Hüftschwung. Wir nutzten und genossen die Zeit bis zum Schluss und zogen uns nach einem letzten lauten Moskau-Tanz in unsere Bungalows zurück. Unausgeschlafen erschienen wir ein letztes Mal zum Frühstück, bevor wir unsere Taschen packten und die Bungalows zur Abgabe fertig machten. Um 10 düste unsere Klasse zurück nach Chemnitz. Es war eine wundervolle Zeit innerhalb der Klasse, die wir sobald nicht vergessen werden. Liebe Frau Herrmann, lieber Herr Bindrich, wir danken Ihnen von Herzen für Ihr großartiges Engagement und die schönen gemeinsamen Momente!Doch aufgrund der sinkenden Infektionszahlen und Dank Herrn Bindrichs großem Engagement konnten wir am 19.07.2021 unsere Fahrt in die Jugendherberge „Grünheide“ antreten. Nach der Testung am Morgen und einer 45minütigen Busfahrt sind wir im ländlichen Vogtland angekommen. Direkt nach dem Beziehen der Bungalows und dem Mittagessen starteten wir mit unserem im Voraus geplanten Programm. Witterungsbedingt musste der Kletterwald-Besuch leider verschoben werden. Doch auch das Geocaching hat uns (zumindest der einen Gruppe) großen Spaß bereitet. In zwei Gruppen geteilt, marschierten wir durch das Grünheider Hochmoor und lösten die versteckten Aufgaben. Jedoch verlief sich Gruppe zwei, kam vom Weg ab und musste sich durch ein Fichtendickicht schlagen, um an den vermissten Cache zu gelangen. Währenddessen nutzte die andere Gruppe bereits die Zeit, um sich von der zehn Kilometer langen Wanderung auszuruhen. Wenn auch nicht wie vorgesehen, kam letztendlich auch die zweite Gruppe mit zwei Stunden Verspätung gerade so rechtzeitig zum Abendessen wieder an. Bei dem reichlichen Buffet konnten wir neue Kraft für das abendliche Bowlingturnier sammeln. Mit viel Lachen ging unser erster Abend der Klassenfahrt zu Ende. Trotz sämtlicher Hoffnungen auf etwas mehr Schlaf mussten wir am nächsten Morgen um 7:40 Uhr zum Frühstück erscheinen. Glücklicherweise hatte wir danach bis Nachmittag freie Zeit, die wir gemeinschaftlich zum Volleyball- und Tischtennisspielen nutzten. Danach wanderten wir mit der wie immer unübersehbaren Motivation Herr Bindrichs und in Begleitung von Frau Herrmann zum nahegelegenen Vogtlandsee. Trotz des sehr kalten Wassers wagten sich einige von uns hinein und wurden mit einer Runde Kekse belohnt. Mit Musik und guter Laune marschierten Herr Bindrichs sogenannte „Freunde des Sports“ wieder in die Jugendherberge. Anschließend vergnügte sich die Hälfte der Klasse bei einem Pit-Pat-Turnier, während der Rest seine Volleyballfähigkeiten unter Beweis stellte. Danach trafen sich alle zum abendlichen Buffet. Der heutige Höhepunkt war das gemütliche und gemeinsame Sitzen am Lagerfeuer. Im Flammenschein wurde es Zeit für eine Runde Werwolf. Nachdem alle einmal dem Tod ins Auge geblickt hatten, ließen wir den Abend mit Gesang und Gitarrenspiel ausklingen. Das Erlöschen des Feuers war für uns das Zeichen für die Bettruhe. Doch die Nacht war noch lange nicht vorbei, denn in einem unserer Bungalows begannen nun zahlreiche Uno-Runden, begleitet vom wummernden Bass der Techno-Musik.Nach dem für uns alle viel zu frühen Frühstück begann nun der dritte und leider letzte Tag in der Jugendherberge. Wieder einmal wurde unsere Klasse geteilt, um die Künste des Bogenschießens zu erlernen. Die Zeit bis zum Mittag, verbrachten wir erneut mit sportlichen Aktivitäten. Anschließend lud uns der gute Herr Bindrich auf ein Eis ein. Glücklicherweise war es ein sonniger Tag und wir konnten unseren Programmpunkt Kletterwald nachholen. Während Herr Bindrich Spaß und Geschick beim Klettern erwies, blieb Frau Herrmann unten und hatte ein Auge auf uns. Der krönende Abschluss unserer kleinen Reise sollte die Disco am Abend sein. Leider entsprach diese nicht ganz unserer Vorstellung, denn das Festzelt wurde von lauter jüngeren Kindern belagert, sodass wir unsere eigene Party auf die Beine stellten. Kurzerhand war der Bungalow ausgeräumt und eine wunderbare Tanzfläche entstanden. Aus Begeisterung für den starken Klassenverband kaufte er uns sogar Knabberzeug, um den Abend unvergesslich zu machen. Nach den ersten zögerlichen Tanzschritten legte unser DJ Jakob auf, bis die Hütte bebte. Während Herr Bindrich sich als verantwortungsbewusste Aufsichtsperson der Rolle als Fotograf hingab, überraschte uns Frau Herrmann mit ihren Dance Moves und ihrem famosen Hüftschwung. Wir nutzten und genossen die Zeit bis zum Schluss und zogen uns nach einem letzten lauten Moskau-Tanz in unsere Bungalows zurück. Unausgeschlafen erschienen wir ein letztes Mal zum Frühstück, bevor wir unsere Taschen packten und die Bungalows zur Abgabe fertig machten. Um 10 düste unsere Klasse zurück nach Chemnitz. Es war eine wundervolle Zeit innerhalb der Klasse, die wir sobald nicht vergessen werden. Liebe Frau Herrmann, lieber Herr Bindrich, wir danken Ihnen von Herzen für Ihr großartiges Engagement und die schönen gemeinsamen Momente!
Lina Lang & Emilia Auerbach, 10/3
Wunder
Anica Bertram, 11/2
Geburt, leben, sterben – das war’s
sagen die Zeit sei zu kurz, doch vergessen
die ganzen guten Zeiten und lassen uns
von den eingeschränkten Gedanken leiten
die Zeit sei zu kurz.
Vergessen die kleinen Minuten zu leben, sind
viel zu beschäftigt nach Geld und Karriere
zu streben, doch was ist denn eigentlich Leben?
Geburt, leben, sterben - das war’s eben nicht, es gibt so viel mehr,
was das Leben uns gibt
die kleinen Wunder, wie ein Lächeln von
einem Menschen, der einen anderen liebt.
Auch wenn vermeintlich die Zeit rennt, jeder Atemzug,
jeder Sonnenstrahl, den wir erleben,
ein Geschenk ganz allein von Gott gegeben
jede Träne hat ihren Sinn und macht
mich zu genau dem, was ich bin.
Schicksal oder Religion sind eure Bezeichnungen für all diese Wunder
und ehe ihr euch verseht, brennt alles wie Zunder
denn vor lauter Flammen
seht ihr kein einziges Wunder.
Anica Bertram, 11/2
NaWi - das Umwelt- und Bienenprojekt
Aus dem Profilunterricht
In Klasse 7 müssen/mussten wir uns alle zwischen den drei Profilen entscheiden:
geht es künstlerisch, sportlich oder naturwissenschaftlich weiter? Ich habe mich damals für NaWi entschieden, bin mittlerweile in der 10. Klasse und damit bei meinem Hauptgrund für die NaWi-Wahl angekommen, dem Bienenhalbjahr. Jetzt soll es darum gehen, was dieses Bienenhalbjahr beinhaltet und warum es so spannend ist. Jeder weiß, dass sich ein Schultag seeeehr lang anfühlen kann, besonders wenn man bloß dasitzt und mit Theorie berieselt wird; Frau Rößler und Herr Schmidt haben es geschafft, dass NaWi für mich ein schöner Schultag-Ausklang ist. Angefangen haben wir das zweite Halbjahr mit Bienenbasics, kurz darauf wurden Schüler-Vorträge verteilt, sodass fast jede Schulstunde mit einem Vortrag begann. Nach den Vorträgen kam dann endlich der praktische Teil: Unser erstes Projekt war die Herstellung von Pralinen. Wir haben uns in Gruppen aufgeteilt, damit jeder etwas zu tun hatte; einige sind in Unverpackt-Läden gegangen und haben unsere Zutaten gekauft, zum Beispiel getrocknete Aprikosen, Mandeln oder weiße Schokolade. In der nächsten Unterrichtsstunde ging es dann darum, alle Nüsse, Früchte und Schokoladentafeln kleinzubekommen, damit daraus letztendlich auch kleine Pralinen entstehen können. Sich selbst in die Gruppe einzubringen war hier eins der wichtigsten Dinge, alle hatten daher ihre eigenen Schneidbretter mit und haben fleißig gehackt und geschnitten. Parallel gab es eine andere Gruppe, die sich mit dem Bemalen der Bienenbeute (also der künstlichen Nisthöhle für Bienen, eher als „Bienenstock“ bekannt) beschäftigt hat. Mit einem weiteren NaWi-Schüler war ich in dieser Gruppe und wir haben gemeinsam die Bienenbeuten mit Bienen und Blumen geschmückt. Da Kunst ja aber auch dafür da ist, wichtige Themen anzusprechen, hatten wir uns überlegt, dass wir zwei Seiten der ersten Beute gelb bemalen und die andere Beute blau. Unser Ziel war es, sie übereinanderzustellen, damit die blau-gelbe Flagge der Ukraine entsteht und wir so (zusätzlich zu den zahlreichen Spenden-Aktionen des DWAGs) ein eindeutiges Zeichen setzen. Dass die Beuten jedoch nebeneinander und nicht übereinandergestellt werden, hatten wir anscheinend nicht mitbekommen, daher war das ein klitzekleiner Fail und jetzt stehen die Beuten also blau und gelb nebeneinander. Naja, ich versuche das mal mit „Der Wille zählt!“ zu retten. Währenddessen ging es erfolgreicher bei den Pralinen-Künstlern zu: Als wir Maler wieder ins Zimmer gekommen sind, mussten die klebrigen Honig-Nuss- Frucht-Bälle nur noch mit Schokolade übergossen und mit Pistazien bestückt werden. Schließlich wurden die Pralinen nur noch kurz gekühlt und schon konnten wir uns mit unseren Süßigkeiten nach Hause verabschieden. Lecker waren sie auf jeden Fall; und dann auch noch selbstgemacht. <3 Ebenfalls parallel zur Pralinen-Aktion wurden von einer 3er-Gruppe die Rähmchen zusammengenagelt und -gehämmert. Die Rähmchen (auch Wabenrähmchen genannt), sind Rahmen aus Holz, die mit einer Mittelwand versehen in die Bienenbeute eingehängt werden; darin können dann die Bienen mit Bienenwachs ihre Bienenwabe ausbauen. Jedenfalls war auch dieses Team motiviert bei der Sache und hat einen riesigen Stapel an Rähmchen produziert.
Jordan Savannah König, 10/3
Balladenprojekt der Kl. 7/4
oder: Wer ist eigentlich der Hafti Abi?
Wir sollten eine Stop-Motion, eine Legetechnik, ein Schattenspiel oder ein kurzes Video über eine Ballade unserer Wahl machen. Bei dem Projekt hatten wir sehr viel Spaß. Ich denke, wir würden sowas auf jeden Fall nochmal gerne machen. Ein paar unserer Balladen der Klasse 7/4 könnt hier sehen, indem ihr den QR-Code scannt.
Michael, 7/4
Anwenden von Wissen über Balladen, Gestaltung von Balladen – das schreibt der Lehrplan für Klasse 7 vor. Heißt das aber auch stures Auswendiglernen einer Ballade? Mussten wir das früher nicht alle? Oder setzen sich die Schüler vielmehr mit Inhalt und Aufbau des Textes auseinander, indem sie sie ihn in ihre Lebenswelt transformieren – unter Nutzung von Videotechnik (säckeweise wurden Requisiten angeschleppt) oder gar durch „krassen“ Straßenrap? Wenn auch die Wortwahl nicht die meine ist und ich teilweise meinen Sohn als Übersetzer brauchte, zeigt die Version von Schülern aus unterschiedlichsten Kulturkreisen, dass der Inhalt verstanden wurde. Es war beeindruckend, wie kreativ, detailreich und fleißig sich die Klasse 7/4 dieser Aufgabe widmete.
Romy Haubensak
Vater und Sohn auf dem Weg nach Frankfurt (frei nach „Der Erlkönig“)
Erzähler(Leon): Wer driftet so spät auf Autobahn?
Es sind Vater und Sohn, wie sie nach Frankfurt fahrn.
Vater(Matthias): Mein Sohn was guckst du wie eine Kachi?
Sohn(Tim): Siehst du nicht den Hafti Abi?
Siehst du ihn nicht mit Gucci Tasche!
Vater(Matthias): Bin ich dumm oder ist das eine Verkaufsmasche?
Erlkönig(Enes): Komm mit ich hab Ps4.
Dann spielst du Fortnite mit mir.
Meine Mutter hat für dich Gucci und Prada.
Damit kriegst du jede Chaya.
Sohn(Tim): Baba, Baba hörst du nicht, was er sagt?
Wie er mir verspricht, was ich mag.
Vater(Matthias): Beruhig dich Lan.
Bevor ich dir ne Schelle fang.
Erlkönig (Enes): Du kleiner Fuckboy
willst du mit mir gehen.
Meine Töchter warten im Amg.
Meine Töchter bereiten eine Party vor.
Du bekommst ein gaming PC mit Intel Core.
Sohn(Tim):Baba siehst du nicht Hafti
Abis Töchter am Hauptbahnhof.
Vater(Matthias):Ja ich sehs, ich bin nicht doof.
Erlkönig( Enes): Ich steh auf dich, du bist meine Chaya.
Willst du keine Faust komm mit, ja?
Sohn(Tim): Baba,Baba jetzt fasst er mich an.
Hafti Abi hat mir wehgetan.
Erzähler (Leon): Der Vater macht
schnell, er zieht Kickdown.
So dass es sie zurück in den Sitz haut.
Sie kommen an Frankfurt Hauptbahnhof.
Das Kind war leider tot.
Liebes Leben
… aus dem Ethikunterricht
Ich versteh dich nicht. Du wirfst so viele Fragen auf. Ich frag mich, wer oder was du bist. Was ist Leben und warum lebe ich und alles um mich herum? Was ist der Sinn hinter alldem? Gibt es überhaupt einen? Vielleicht ist der Sinn zu leben und ja einfach nur zu sein. Vielleicht ist alles, was lebt nur gebündelte Energie, Anziehungskraft zwischen Atomen. Aber warum machen wir uns das Leben dann so schwer? Warum rennen wir immer nur hinter irgendwas her und sind in Gedanken schon beim nächsten Tag, obwohl wir diesen noch nicht mal richtig gelebt haben! Warum können wir keine Stille ertragen und müssen uns permanent vom Leben und von diesem Moment ablenken? Ich frag mich, warum meine Gedanken sich manchmal überschlagen, sich immer und immer schneller drehen und vergeblich nach Antworten auf Fragen suchen, die wie Bläschen in Sprudelwasser in meinem Kopf aufploppen. Liebes Leben, ich versteh dich nicht. Du erschlägst mich. Manchmal glaube ich, deine Last nicht tragen zu können. Keinen Zentimeter mehr weiter nach vorn zu kommen, weil die Freiheit, die du mir gibst, so erdrückend ist, dass sie mich wie Blei an meinen Füßen beim Weitergehen hindert. Liebes Leben, ich hab Angst vor dir. Angst davor, dich zu verschwenden. Diese eine Chance in diesem einen Körper, der das Zuhause und Transportmittel meiner gebündelten Lebensenergie ist, zu vermasseln. Und ich frag mich, warum die Stimmen in unserem Kopf so laut sind, dass wir uns nur darum kümmern wie unser Leben aussieht, anstatt das Sein zu genießen. Manchmal denke ich, ich wäre gern ein Baum. Weil der nirgends hin muss, nichts erreichen braucht und keinem Glück der Welt nach rennt. Ein Baum ist einfach nur. Und vielleicht ist das der Sinn des Lebens. Einfach nur zu sein. Vielleicht muss man nirgends ankommen. Und vielleicht liegt in diesem bloßen Sein ja die Freiheit.
Nina Richter
Sächsiches Geschichtscamp 2021
Ein Bericht
Geschichtscamp – als ich das erste Mal davon hörte, war ich total überrascht und interessiert, worum sich dieses „Camp“ handelt. Mir war nicht klar, dass man in Sachsen, wie nirgendwo sonst in Deutschland die Möglichkeit hat, sich als Geschichtsinteressierter eine Woche lang nur der Geschichte zu widmen. Meine Erlebnisse vom „10. Sächsischen Geschichtscamp 2021“ möchte ich im Folgenden schildern. Mein Name ist William Scott Anders, ich bin derzeit Elftklässler und interessiere mich seit Ende der 7. Klasse intensiv und voller Leidenschaft für Geschichte. Umso aufregender war die Situation für mich.
Zunächst ist zu sagen, dass man nicht einfach daran teilnehmen kann. Es gibt ein Auswahlverfahren, welches sich auf Bewerbungen stützt. Diese wird über die Website geschrieben bzw. verfasst und läuft immer im Frühjahr des Jahres an bis hin zum Sommer. Schlussendlich wird man kontaktiert, ob man angenommen wird oder nicht. Nach Rückfragen auf Krankheiten und auf Essgewohnheiten werden einem diverse Workshops angeboten, zwischen denen man einen Erst- und Zweitwunsch angibt. Jedes Jahr drehen sich das Camp als auch die Workshops um das große Thema DDR. Persönlich kam ich in den Workshop über die Treuhandanstalt. Nach Bewilligung der Schule fuhr ich vom Montagnachmittag, dem 27. September, bis zum 1. Oktober 2021 nach Dresden. Dabei ist zu erwähnen, dass das Camp jedes Jahr woanders stattfindet, es fand beispielsweise auch schon in Chemnitz statt. Als ich ankam, ging alles recht schnell und reibungslos, ich erhielt einen Zimmerschlüssel in einer Jugendherberge und wartete auf meine Mitbewohner, welche ebenfalls denselben Workshop gewählt hatten. Wenig später nach Begrüßung und Belehrung fing das Programm bereits an. Wie zukünftig jeden Abend ging man nach dem Abendessen zu einem Vortrag ins städtische Museum, diese waren geprägt von ehemaligen Bürgerrechtlern wie beispielsweise Ulrike Poppe der Bewegung „Demokratie Jetzt!“, der Frau vom Checkpoint Charlie bis hin zu einem ehemaligen und auch noch aktiven Agenten des BND (Bundesnachrichtendienst - Geheimdienst der Bundesrepublik Deutschland). Diese wurden von Experten und oder Zeitzeugen gehalten. Dabei zu erwähnen ist, dass jeder Tag ca. 8 Uhr begann und sich bis abends teilweise 23 Uhr hinzog. Natürlich mit entsprechenden Pausen und ausreichend Verpflegung, welche - wie auch alles andere - dazu gehört auch die Hinfahrt und Rückfahrt, bezahlt wird, jedoch ist großartige Freizeit nicht zu erwarten, dafür ist es auch nicht vorgesehen. Die ersten zwei Tage waren geprägt von Diskussionen, Vorträgen und Rundgängen durch historische Stätten wie dem ehemaligen MfS-Hauptsitz in Dresden (MfS: Ministerium f. Staatssicherheit).
Ab dem dritten Tag startete die Arbeit im Workshop mit dem jeweiligen Leiter. Das ausgewählte Thema wird teils selber ausgearbeitet und auch präsentiert. Am vierten Tag bekam jeder Workshop entweder Gespräche mit Zeitzeugen und/ oder Experten bis hin zu Historikern. Bei mir waren diese zum einen Detlev Scheunert, ehemaliger und einziger Ostdeutscher Direktor der Treuhandanstalt, sowie Dr. Marcus Böick als Historiker, welcher das größte Treuhandbuch geschrieben hatte. Tag fünf war leider schon der letzte Tag dieses aufregendspannenden „Abenteuers“. Dieser diente vor allem der Präsentation der Ergebnisse, welche die jeweiligen Workshops erarbeitet hatten, in Form von Vorträgen, Umfragen in Dresden und auch Schauspiel. Nach Verabschiedung gegen Mittag endete meine Reise schließlich mit der Zugfahrt nach Hause.
Diese grobe Darstellung meiner Erfahrungen und Erlebnisse soll kein reiner Bericht sein, sondern auch ein Aufruf: Einer, sich zu engagieren für in diesem Fall das Geschichtscamp, welches jedes Jahr stattfindet von Klasse 9 bis 12 ggf. auch 13, aber auch andere Aktivitäten und außerschulische Bildungsförderung, welche uns geboten wird. Bei Fragen und Interesse zum „Camp“ stehe ich sehr gerne zur Verfügung. Ich meinerseits bin fest entschlossen, nächstes Jahr nochmals am Geschichtscamp teilzunehmen, eventuell ja auch mit einem weiteren Mitstreiter unserer Schule.
William Scott Anders, 11/6
Von der Aufgabe, die Sonne zu fotografieren
Ein unbedacht langer Blick in die Sonne und man hat unter Umständen noch Minuten danach eine blinde Stelle im Augenlicht. Eine Kamera mit ungeeigneten Methoden auf unseren Stern ausgerichtet und der Sensor ist dahin.
Aber, wie fotografiert man eigentlich die Sonne ohne Schaden an Augen oder Technik?
An einem Donnerstag im Herbst 2021 während der Astronomiestunde im vierten Block schien unerwartet, nach lange andauerndem schlechten Wetter, die Sonne an strahlend blauem Himmel. Gelegenheit, das über astronomische Koordinatensysteme Gelernte unter den erleichternden Bedingungen des Tageslichtes anzuwenden. Nach dem Gewinn des Reiff-Preises für Schulastronomie konnte sich unsere Schule ein recht teures H-Alpha-Sonnenteleskop anschaffen und es bot sich nun eine der seltenen Gelegenheiten für seinen Einsatz im Unterricht neben unseren Schulteleskopen. Die Beobachtung und erst recht die Fotografie der Sonne stellt besondere Anforderungen, wenn man für Details auf deren Oberfläche ein Teleskop verwendet. Das sowieseo schon sehr intensive Licht wird durch das Objektiv von einer noch viel größeren Fläche eingesammelt, als das nur durch die Pupille des Auges geschähe. Hält man ein Stück Papier an die Stelle, wo normalerweise das Auge oder die Kamera ist, so geht dieses sofort in Flammen auf. Ohne besondere Filter darf man auch für Sekundenbruchteile niemals mit einem Teleskop oder Fernglas in die Sonne schauen. Wir hatten nun in dieser Stunde zwei besondere Filter vor den Teleskopobjektiven verwendet. Einen, der das gesamte Licht der Sonne nutzt aber seine Intensität etwa auf ein Hunderttausendstel vermindert, den so genannten Weißlicht-Filter. Und einen anderen Filter, der nur einen bestimmten roten Teil des Sonnenlichtes hindurchlässt und dadurch die Gesamtintensität so weit verringert. Das ist der sehr teure HAlpha-Filter. Mit dem Schulteleskop konnten die Schülerinnen und Schüler Sonnenflecken und die Randverdunklung der Sonne beobachten. Mit dem anderen Filter sahen wir jedoch erstmalig im Unterricht sogenannte Protuberanzen, riesige Auswürfe von Sonnenmaterial. Fasziniert von dem noch nie mit eigenen Augen Gesehenen, versuchten einige, mit dem Smartphone durch das Okular des Teleskops den Anblick im Bild festzuhalten. Das gelang überraschender Weise manchmal recht gut. Man sieht jedoch an den Bildern, dass es nicht so einfach ist, ein scharfes Bild von der Sonne zu erhalten. Dennoch ein besonderes Erlebnis.
Lucas Zang, 9/2
Projektarbeit Literatur um 1900
Leistungskurs Deutsch LKD5
Die Schüler*innen des Leistungskurses Deutsch 12 haben sich mit der Literatur um 1900 in Form einer Projektarbeit auseinandergesetzt und aufgezeigt, dass bereits vor über 100 Jahren existierende Themen und Probleme immer noch aktuell sind.
Literatur erstellen, heißt Literatur verstehen
Ein Bestandteil der Aufgabe war, selbst ein literarisches Produkt in Form eines Gedichtes, inneren Monologs, … zu erstellen, in welchem der Aspekt Krieg und der Umgang mit diesem aufgegriffen wurde.
Kreative Zugänge ermöglichen eine Reflexion von Literatur
Des Weiteren wurde ein Figurenkostüm bzw. eine Maske zum Themenfeld Gesellschaft-Individuum gestaltet.
Der Krieg
Nun steht er posaunend dort,
Fasziniert Massen an jedem Ort.
Imponiert mit Granaten und Kanonenschüssen,
Er lässt uns sagen, dass wir gen
Front ziehen müssen.
Entfachte Leidenschaft, wohin du schaust,
Bloß er ist Mephisto, wir sind Faust.
Nun fängt der Teufel schon zu tanzen an,
Als er fröhlich sah: Mann gegen Mann.
Unsere Herzen, unser Blut.
Unser Wille, unser Mut.
Sie wurden zu Verzweiflung und Wut,
Jetzt standen wir in Mephistos Glut.
Nun vollführt er sein Meisterwerk,
Wahrlich ein diabolisches Augenmerk.
Dörfer und Land stehen in Brand,
Früh mussten viele kosten, des Todes bitt’re Hand.
Flandern? Auch famos als des Teufels Sperrzone,
Und wir mittendrin, gekrönt von
ihm mit der Dornenkrone.
Hedi Bouattour
Das Volk ist müde vom Krieg
Was brachten diese Jahre Krieg?
Nur tausend Opfer, keinen Sieg.
Der Menschheit – ein Tief
Den Menschen – Angst zu existieren.
Ist Krieg das, was wir brauchen?
Gewalt? Konflikte? Waffen missbrauchen?
Der Schlacht entgegenlaufen?
Die Menschen haben Angst,
in Armut zu ertrinken,
Den Glauben zu verlieren Und aufzugeben.
Der Krieg ist vorbei, verloren
Und somit wird ein neues Kapitel begonnen.
Jetzt sind die Menschen die Autoren,
Die dieses Buch modernisieren
Und nicht das Millitär, nicht wir, Soldaten, nicht das Heer.
Kein Giftgas, keine Panzer mehr.
Der neue Abschnitt nach dem Krieg
Ist unsere Chance auf einen Sieg
Gegen Gewaltverbrechen, gegen Unrecht.
Für den Frieden, für das Recht,
Zu leben.
Ivan Fukson
Ciné Jeune de l’Aisne
Endlich wieder Filmfeste
Andréschüler nehmen an Jury eines französischen Filmfestivals teil
Endlich durften Andréschüler wieder nach Frankreich reisen und dann sogar als Mitglieder einer Filmjury! Seit mehreren Jahren besteht eine enge Kooperation zwischen den Kinder- und Jugendfilmfestivals „Schlingel“ und „Ciné Jeune“. Letzteres findet jährlich in Guise, einer kleine Stadt in der Picardie, einem Landstrich im Nordosten Frankreichs statt.
Das waren unsere Festival- und Jurytage in Frankreich
Fenja Wiesner und ich wurden ausgewählt, um unsere Schule beim französischen Kinder-und Jugendfilmfestival „Ciné Jeune de l’Aisne“, das vom 11. bis 15.4.2022 stattfand, in der Jugendjury zu vertreten. Wir und sechs weitere Jugendliche aus verschiedenen Ländern wurden herzlichst begrüßt und bekamen volle Versorgung: vom Essen bis hin zu Schlafplätzen.
An drei aufeinanderfolgenden Tagen sahen wir uns je eine anderthalbstündige Sequenz von Kurzfilmen an. Danach besprachen wir in der Jury Pro und Kontra der jeweiligen Kurzfilme. Am Ende haben wir einen Gewinner ausgesucht. Eine überwältigende Mehrheit hat sich für „Roberto“ aus Spanien entschieden. Der Gewinner des Preises der Jugendjury erhielt einen Preis im Wert von 300 €. Die Zeit in Frankreich verging viel zu schnell.
Bald mussten wir uns schon wieder von Guise, den Veranstaltern und den anderen Jugendlichen verabschieden. Wir werden schöne Erinnerungen bewahren.
Aida Asadi
Mathematik macht Spaß. Ist doch Logo!
Clemens Güldner 6/1 und Erik Quinius 6/3
Rechnen, Zahlen, Brüche, Multiplizieren, Addieren, Subtrahieren und Dividieren, Wurzeln und Quadratzahlen, klingen nach Schule und langweilig …
Mathematik geht auch anders.
Wo treffen sich zwei Züge, wenn sie aus verschiedenen Richtungen mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten zur gleichen Zeit oder zeitversetzt losfahren? Zu welcher Uhrzeit muss ich an welchem Bahnhof sein, um meine Freunde abzuholen? Wieviel Platten benötige ich, wenn ich meine neue Terrasse pflastern will und mir Mosaiksteine verschiedener Maße zur Verfügung stehen? Hilfe – ich hab verpasst den Zieleinlauf zu notieren? Wer erreichte nun welche Zeit? Die Aussagen der Zuschauer richtig bewertet, helfen mir den Sieger und die Platzierten zu finden. Für alles und noch viel mehr ist die Mathematik das Mittel der Wahl, was im Übrigen schon die alten Griechen wussten und auch da Vinci konnte ohne Mathematik seine stabilen Brücken nicht konstruieren und bauen. Mathematik kann auch verbinden. Das Interesse und die Herausforderung, Lösungen für die Probleme des Alltags zu finden, veranlassten mich noch in der Grundschule regelmäßig Aufgaben der Mathematik zu lösen. Damals noch unter dem Motto „Mathematik macht Spaß, ist doch LOGO!“ und heute im Mathematik-Korrespondenzzirkel gab und gibt es regelmäßig Aufgaben, die mit dem Inhalt des Mathematikunterrichtes nur im Entferntesten etwas zu tun haben und mich animieren über Lösungen nachzudenken. Leider fehlten manchmal die Voraussetzungen, z. B. Gleichungen aufzustellen oder so in Beziehung zu setzten, dass sie eine Lösung ergeben. Normalerweise sollten wir unsere Lösungswege mit unseren Zirkelleitern und anderen Interessierten diskutieren. Da diese aber leider wegen CORONA keine Konsultationen anbieten konnten, lernten wir uns noch nicht kennen und die Diskussionen zu den Lösungswegen übernahmen meine Eltern.
Wie funktioniert der Mathematik-Korrespondenzzirkel:
Mit der Post trudeln sechsmal im Jahr vier Aufgaben ein. Für manche Aufgaben ist der Lösungsweg schon bekannt. Andere scheinen anfangs unlösbar zu sein. Mit Beharrlichkeit und Nachdenken stand regelmäßig am Ende eine Lösung auf meinem Blatt. Manchmal musste man probieren und dafür einen Weg finden, keine Variante zu übersehen. Als alle Aufgaben gelöst waren, war ich schon ein wenig stolz, für alles eine Lösung gefunden zu haben. Alle Aufgaben erledigt. Ab damit in den Briefumschlag und zu meiner Zirkelleiterin. Noch besser war das Gefühl, wenn nach geraumer Zeit die Rückmeldung im Briefkasten lag und meine Lösungswege mich zum richtigen Ergebnis geführt hatten. Lösungswege aufschreiben, muss ich allerdings noch üben. Aber im Finden von Lösungen bin ich schon großen gut und es macht richtig Spaß.
Jonatan Pönitz, 6/1
Füße hoch, das Niveau will durch!
Fünf Jahre Lateinunterricht
Als wir damals die berühmten Zettel ausgeteilt bekamen, auf denen wir uns für eine zweite Fremdsprache entscheiden sollten, war der Enthusiasmus vieler neugieriger Fünftklässler noch sehr groß. Es ging schließlich darum, eine komplett neue und unbekannte Sprache zu lernen. Wir gehörten zu der Minderheit der Schüler, die den mehr oder weniger großen Fehler begingen, die älteste der indogermanischen Sprachen als Erstwunsch anzugeben – Latein. Mit vielen neuen Gesichtern starteten wir in der 6. Klasse hellauf begeistert von der Sprache der Intellektuellen. Wie immer, wenn man gerade erst anfängt, war es am Anfang leicht dem Unterricht zu folgen und sogar die Noten waren motivierend. Die Grammatikaufgaben ließen sich mit wenig Übung gut bewältigen und Übersetzungen waren mit etwas Vokabelverständnis leicht möglich. Während man also im ersten Jahr die Wörter Freude und Lateinunterricht in einem Satz verwenden konnte, wurde uns schon im nächsten Schuljahr ein Ausblick in die Zukunft des Lateinunterrichts gegeben. „Der durchschnittliche Lateinschüler wird eine 4 auf dem Zeugnis haben“, so das Motto. Natürlich dachten wir im ersten Augenblick, dass diese Aussage ähnlich übertrieben sei, wie „jede Art von Betrugsversuch endet in einer Note 6“. Aber sowohl Seneca als auch bestimmte Lateinlehrerinnen hielten ihr Wort. Man las fortan Ciceros Texte, die sogar in der deutschen Version noch einmal eine Übersetzung benötigten, neue Fälle kamen hinzu, die der Deutsche gar nicht kennt, und viele neue grammatikalische Konstruktionen, die bei Nichterkennen sehr schnell zu großen Fehlern in der Übersetzung führen können. Und auch wenn diese Texte nun sehr gebildet daherkommen, trauerten wir definitiv den „Flavia-und-Quintusgehen- auf-eine-Reise“-Geschichten nach, weil man diese durch die Bilder wenigstens ein winziges bisschen begreifen konnte, ohne Latein wirklich zu verstehen. Die anfängliche Begeisterung war also langsam verschwunden und der Realität gewichen. Leider war die Teilung unserer Klasse der Motivation auch nicht zuträglich. Seitdem konnten unsere Leistungen und Übersetzungskompetenzen nur noch mit „Sie waren stets bemüht“ klassifiziert werden.
Für alle, die dennoch Latein machen möchten, hier unser kleiner Schritt-für- Schritt-Planer für die Übersetzungen: 1. Das Wort, so wie es da steht, in den Übersetzer reintippen. (Uns wird zwar immer erzählt, wir müssten eine Vorarbeit machen und uns den Satz zunächst erschließen, aber dafür braucht man zu viel Zeit und komplexes Wissen.) 2. Die erstbeste Übersetzung nehmen, die der Übersetzer ausspuckt. (Es ist zwar meist die falsche, aber sorry, die Zeit …) 3. Die vielen Wörter irgendwie zusammenwürfeln, damit sie Sinn ergeben, dabei kann es auch mal passieren, dass dann statt „der Hausmeister vertreibt die Kinder“, „der Hausmeister treibt es mit den Kindern“ dasteht. (Eigentlich müsste man auf die Fälle etc. achten, aber dafür bleibt eben in der Klassenarbeit leider auch keine Zeit.) 4. Es macht einen super Eindruck, wenn man in dem Text, den man übersetzen soll, möglichst viel mit unterschiedlichen Farben markiert, Wörter mit Pfeilen verbindet und Abkürzungen wie „Abl. Abs., AcI, NcI oder PC“ dazuschreibt. Das hilft zwar weder beim Verstehen oder Übersetzen, aber es sieht sehr klug aus und die Lateinlehrerin erkennt, dass ihr euch wirklich Mühe gegeben habt und das auch, wenn die Markierungen total willkürlich sind. Viel Glück mit unserem Ratgeber. Ein Vergleich der Redetechniken Ciceros mit denen Donald Trumps hat uns letztlich gezeigt, dass man sogar etwas aus dem Unterricht für das „richtige Leben“ mitnehmen kann. Und wo wir gerade dabei sind: Liebesgedichte des „deprimierten und von griechischen Dichterinnen abschreibenden“ Catulls behandelt man auch. Ob uns das wirklich etwas bringt, kann bezweifelt werden, aber ein „im mundo toto te maximo amo“ oder „possum esse sine te“ kommt doch bei jedem Mädchen gut an. Wer jetzt aufmerksam gelesen hat, dem ist bestimmt sofort das Wort Überset- Füße hoch, das Niveau will durch! Fünf Jahre Lateinunterricht zer ins Auge gesprungen. Ja, man darf tatsächlich einen ganz bestimmten Übersetzer kaufen, der für 120€ nicht nur verdammt teuer, sondern dafür auch verdammt schlecht ist. Manche Wörter fehlen ganz, andere Funktionen sind schlecht programmiert. Leider ist das die einzige Variante von Übersetzern, die wir nutzen dürfen. Jede andere, günstigere Alternative ist verboten. Wenn du also zufällig der Sohn von Christian Lindner bist und das nötige „Kleingeld“ auf dem Konto oder im Aktenkoffer besitzt dann: Glückwunsch! Du hast gegenüber den anderen einen Vorteil. Für alle anderen haben wir ja noch die alten Wörterbücher, die fast auseinanderfallen und gefühlt noch aus den Beständen des Arbeiter- und Bauernstaates sind, und mit denen alles zehnmal länger dauert. Auf Anfrage, warum solche Übersetzer nicht von der Schule finanziert werden, kam die Antwort, dass dies viel zu teuer wäre. Ist ja auch absolut verständlich, wir wollen uns gar nicht vorstellen, wie schlimm es unsere Schule ohne die Kletterwand hätte, die wir für 20.000€ gebaut haben. Obwohl sich die meisten einen Übersetzer zulegten, lag das Leistungsniveau unserer letzten Klassenarbeit sogar unterhalb des Vierer-Durchschnitts. Aber wofür gibt es denn Corona, als dass man unser Versagen nicht darauf schieben könnte? Jetzt aber genug Verriss. Denn auch Latein hat schöne Seiten. In diesen 5 Jahren Lateinunterricht habe wir viele neue Leute kennengelernt und neue Freundschaften geschlossen. Auch ist das Arbeiten mit dem Tablet bei Herrn Frank sehr innovativ, vielseitig und mit den vielen interessanten geschichtlichen Hintergründen hat Herr Schröter auch uns begeistern können. Und auch Frau Ehmanns und Frau Englers berühmt berüchtigte Kreativaufgaben haben manch unentdecktes Talent ans Licht gebracht. Latein kann mehr sein als nur Übersetzungen. Und auch wir haben es überlebt. Zum Schluss noch der ultimative Tipp von uns Insidern, um Latein am Ende der Klasse 10 zumindest mit „ausreichend“ abzuschließen: Schreibt eine Komplexe Leistung! Eine gute Note dabei macht so manchen 5er Schnitt wieder wett.
Arthur Kohlmüller & Jannik Riedel,
AG Jahrbuch
Katzen-Chaos
Ein kleiner Einblick in die TST-Tage in der Klasse 5/5
Zu Beginn des Schuljahres stand die Planung der TST-Tage (Team und Sozialtraining) für die fünften Klassen auf dem Programm.
Frau Engler konnte für deren Ausgestaltung den CVJM Computerclub e.V. gewinnen, einen gemeinnützigen Verein der Kinder- und Jugendarbeit und ein anerkannter Träger der freien Jugendhilfe in Chemnitz. Es drehte sich in diesem Schuljahr beim „Stop-Motion“ Projekt alles um den Schwerpunkt der medienpädagogischen Arbeit mit den „Neuen Medien“, die aus dem Leben unserer jüngeren (und natürlich auch älteren) Schüler nicht mehr wegzudenken sind. Da hier aber oft Themen wie der Jugendmedienschutz oder eine Begleitung der Schüler bei der Nutzung des Handys, Tablets oder Laptops, von Social Media Apps oder auch allgemein des Internets oft zu kurz kommen, freuten wir uns auf die geplanten Termine. Wir hatten Glück, denn das auf zwei Termine verteilte Projekt konnte trotz der anhaltenden Corona-Situation im Herbst wie geplant stattfinden. Am 12.10.2021 besuchte uns Frau Beyer vom CVJM Computerclub zum ersten Mal mit ihren Kolleginnen. Zuerst wurde praktisch gearbeitet und in dem „Stop-Motion“ Projekt stand zum einen die Nutzung und der Umgang mit den digitalen Medien im Fokus, es wurde aber auch in Kleingruppen zusammengearbeitet, sodass gleichzeitig das Teamund Sozialverhalten trainiert werden konnte. Die Schüler erstellten in einer Doppelstunde zu siebt einen Kurzfilm und die Ergebnisse konnten sich wahrlich sehen lassen. Dafür mussten unzählige Einzelfotos aufgenommen werden, bei denen ganz kleine Veränderungen im Bild am Ende dafür sorgen, dass ein bewegter Film entsteht. Diese Art der Filmproduktion gibt dem Projekt auch seinen Namen. Ein Ergebnis des Projektes ist über den QR-Code zu sehen. Beim zweiten Besuch von Frau Beyer am 30.11.2021 wurde es dann ein bisschen theoretischer und es fand ein reger Austausch über den richtigen und auch problematischen Umgang mit Medien und vor allem der Nutzung von Social Media Apps statt. Wir starteten mit einem Quiz, bei dem das Wissen der Schüler zu verschiedenen Themen gefragt war, bevor diese natürlich auch mit den entsprechenden Antworten und Erklärungen beantwortet wurden. Besprochen wurden zum Beispiel, welche rechtlichen Verstöße es beim Verbreiten von fremden Fotos geben kann oder in welchen Fällen Konsequenzen drohen, wenn man ohne Zustimmung Musik eines Künstlers für ein eigenes Video auf TikTok oder YouTube verwendet und in welchen Fällen dies unproblematisch ist. Am Ende wurde es noch einmal interessant, da alle Schüler in Kleingruppen Regeln für den eigenen Klassenchat zusammentragen sollten und sich am Ende auf die wichtigsten 10 Regeln einigten. Die Umsetzung bleibt sicher spannend, aber es hat auf jeden Fall zu einigen Gesprächen und Ideen geführt, die festgehalten wurden. Alles in allem erlebten die Schüler der Klasse zwei spannende und abwechslungsreiche Stunden im Rahmen der TST-Tage und haben sich erfolgreich mit den für sie gar nicht so „Neuen“ Medien auseinandergesetzt./p>
Frau Heinsch und die Klasse 5/5
Out of the bubble
… aus dem Grundkurs Englisch, Noah Lerson, Frederik Kammel, GKEn 11.3
CHAPTER 1
»WELCOME IN THE TWENTY- THIRD CENTURY« It is the year 2222, and humanity is in a war, because it has completely lost control of its self-created machines. Hundreds of the so-called Creaks are moving along the east coast of North America. They are a kind of human robots that have evolved through a series of failed experiments. As a result of mankind’s highly advanced technology, the Creaks have become completely independent and are also able to reproduce themselves. However, the humans have managed to create last retreats for themselves. Where once large cities were and life just bloomed, today giant half-spherical protective bladders extend to protect the last survivors. These bubbles are completely impermeable to the creaks, but life inside the safe zones is no longer really meaningful. The youth in especially, suffers terribly from the restrictions and there are always deaths occurring, because the appeal of leaving the protected and restricted areas is just too much for some. »What a load of bullshit!«, says Thomas to himself while he turns off the holoframe. At the same moment the doorbell rings. He looks down through the glass wall to the street. It’s John and Claire. »Hector open up for them!«, he calls to the empty apartment. »Of course Thomas.«, a metallic sounding male voice resounds from different directions in the apartment. »Hey guys, you won’t believe what just happened in the...« »Thomas, we have massive news.«, interrupts John, who is just stepping over the threshold. It never means anything good, when John shows such a cheerful expression on his face. »What have you taken from your dad this time?«, asks Thomas, unimpressed, but still a bit curious. »Yessss«, Claire shouts. »Your super awesome, way too rich friend here, has ripped off another fabulous new gadget from his dad.« »A tent!«, adds John. »What do you mean? Just a tent?« John at first just shows a sceptical look before he starts talking. »My friend, how long have you known me now? No it’s not a normal tent, of course.« Suddenly he turns his gaze to the empty room. »Hey Hector, pack up Thomas stuff for camping.« »It’s a pleasure!« the voice replies. »Go on, tell him what we’re doing today!«, Claire yells brightly. »Today ... we’re going outside!«, John shouts at the top of his voice. Thomas begins to catch on. »You want to get out of the Bubble? «, he says in a quavering voice. »Yes you giant baby. Now stop being scared, it’s going to be great.«, John replies in a surprisingly soft tone. Without saying a single word, Thomas watches the closets open and close on their own and the clothes fly into the bag. After a moment’s silence, Thomas registers that Claire is looking at him hopefully and excitedly. He gathers all his bravery and says in a focused voice, »Let’s go, friends.«
CHAPTER 2
»ATTENDED OF A SMILE« hat about this place?«, asks Claire her two companions, while she tries to communicate with a purposeful look that this place would be perfect. »Well, I don’t know,«, John answers hesitantly while looking around. Before he can say anything else, Thomas, who obviously understood Claire’s signal, agrees. »Yes, here would be perfect, I think. There’s a little creek right there, and if it rains too hard, we’ll also have this ruin right next to us to take cover.« Claire tries to hold back a smile. John turns back to his friends and trills in a happy voice: »Okay, then I may now ceremoniously present to you the Doormeyer Tent 70002. It is the most modern one of the modern ones. Watch and be amazed.« He throws it on the ground and everyone watches in amazement to see what will happen. One second. Two seconds. Three seconds. Four seconds. But nothing happens. Five seconds. Six seconds. Eight seconds. Ten seconds. But still nothing changes. »Yo, what’s up with that. The guy in the commercial said all you have to do is throw it on the ground and it’s going to build up.«
The Mould
Short Story von Lina Schmerschneider, GKEn 11.3
George looks into Mary’s eyes. Beat. Mary smiles weakly, she leaves the library, turning around one last time. Mary winks. George watches her leave, then, a moment later, he realizes what he is doing and hurries after her. She is almost gone when he catches her, they exchange numbers. George smiles as he sees her leave a second time …
“You need to clean this place.” She scuffed, kicking something on the ground away. A bit of mould had gathered there. “I know.” Harold was lying on the sofa, bent over some paper. He was writing. A little play, one that he had been working on for a few days now. His hand ran over the paper at a good speed. He smiled. “I will, I want to, just give me a minute.” Mary, he thought, Mary alone in her house. Mary smiling. The woman in his flat got down to pet the cat, that had sprung out of a little banana peel pile a few feet away. “Sure, but Harry please, don’t forget what happened last time. You’ll have to do it soon.” “I will I will” he scuffed “just, give me a minute” and a few more days passed. Harold had remained on the sofa, he was about ten pages in. “Mary” he whispered “Mary and George happily in the kitchen” as he let his gaze shift over the furniture. He could have sworn plants had once been there, he could have sworn books as well. The sun dawned on the empty Soda cans scattered around him, it looked quite pretty, he fell asleep to the sight. A few more days went by. “The cat” he said, jumping from one free space to another, as he made his way through to the kitchen “I could have sworn I had a cat.” But there was no cat, it did not smell of cat, it did not sound like cat. For all he knew, there was no cat. And the little mountain of teabags he had just kicked to the side let his face light up. Yes! He thought. Mary and George in the café, fighting over the tea she spilled. Perfect. Another week passed. “Harold.” The familiar voice came from below, from outside. He got up and pushed his way through a few bag and paper towels. Through the window, he saw her on the pavement. She waved. “I can’t get in Harold, what are you doing up there?” Harold turned around. Through the translucent shimmer of a plastic package, he spotted the door. “A few things in front of the door” he said. “You gotta use a bit of violence, wait, I’ll help you.” The way to the door was entirely hidden, hidden under tons and tons of things that had lost all their meaning in the mass. He set a foot into it, the mass moved, slight waves coming from it, but all seemed stable. Harold moved again. The waves became a bit bigger, but nothing to worry about. Having gained more confidence, he went another step. A save second passed, then a pizza carton slipped. His food did too. A vibration went through the pile as it all shifted and fell and tumbled away. The rubbish had caught him, sucked him in. Harold tried to grab onto a bit of sofa sticking out, but all he could see was the circle of light closing up above him. Straws and socks covered his sight as he disappeared. The waves went on for a bit, crashing on the walls, spilling over the window frame, crumbled tissues falling down to the street. But soon a calm settled on the place, and all was silent. The silence of an uninhabited home. Harold, in the meantime, was falling deeper and deeper into the chaos. All colours and forms around him suddenly perverted. Deep down, there were hints of light coming out of cracks and holes, he rubbed a yogurt package out of his eyes and looked around. This was a strange land he had entered, but soon the shock was replaced by fascination. This was the rubbish in his living room, it had formed a world next to the sofa he had been living on. A little fish swam by in front of him. He cupped it in his hand, opening them wide enough to peek through and watched the creature swim, it ate little pieces of rubbish that were floating in the air. Or water, whatever it was in here, that kept both of them alive. “What do you think little fella” he said to the fish, that was looking at him with his glossy little fish eyes “Should I let Mary and George break up? I’ve given them quite a lot of tension, and Mary last stormed out, smashing the door behind her.” The fish blinked. “Well I suppose I could let them talk it out as well, she is an impulsive character, she gets angry faster and calms down faster.” “I’d suggest you don’t think about those people in your head when your entire body is currently stuck right up in rubbish.” Just as Harold assumed the fish had spoken, he noticed the cat that had appeared next to him. It hit his hands with its little head till he opened them. “Your problems should be elsewhere” and it swallowed the fish whole. Harold hesitated for a beat. “Are you …” “The cat you’ve forgotten? Certainly. Though forgotten is only an assumption based on that empty food bowl I keep checking. But there’s plenty of food here.” The animal put a paw into an old shampoo bottle and tore another fish out of it. “I wouldn’t suggest you stay here for long, this is a rotten place, a dangerous one.” The cat hissed. “What are you doing here anyway?” “I wanted to get to the door, I think so at least, but I feel like I need a moment to figure out what my characters should be doing. I’m writing a play you see.” “Oh I saw, I liked playing with your paper back when I was living on the surface.” The cat looked around, worried. “But I’d suggest we leave, the mould is approaching.” The cat lead him through the empty tubes and bottles it had appeared out of. They went through a garden of old clothes, a dust dessert, a nutshell cabinet … it felt like he’d walked a mile underneath his living room. “What is the mould” he’s heard himself asking “oh you don’t want to see it, it’s all those damn fruits you leave in here, they don’t last forever don’t you know? Not even I would eat what becomes of them, it grows and swallows you whole when you’re not careful enough.” “I’m confused.” “I can’t blame you, but I learned how to live …
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Projekt „Unsterblichkeit“
GK Biotechnologie 12
Unendliches Leben – Utopie oder Dystopie?
Aufgrund von medizinischen Innovationen ist es den Menschen möglich immer länger zu leben. Gezielte Eingriffe in das menschliche Erbgut verlangsamen den Alterungsprozess, beugen Krankheiten vor oder dienen als medizinische Behandlungsmethode. Im Biotechnologie- Grundkurs setzt man sich mit verschiedenen gentechnischen Methoden das menschliche Genom betreffend auseinander. Daraus resultiert natürlich die Frage, inwieweit in natürliche Prozesse eingegriffen werden sollte und ob Unsterblichkeit wirklich ein erstrebenswertes Ziel ist. Mit dieser Problematik haben sich die Schüler*innen in Form eines Kommentars auseinandergesetzt.
Der unsterbliche Mensch – Wenn Menschen zu Göttern werden
Eine der größten Ängste, sowie der wohl einzig nicht beeinflussbare Punkt im Leben eines Menschen ist der Tod. Legenden, Mythen und Filme verarbeitet seit je her das Thema der Unsterblichkeit. Generationen sehnen sich nach dem ewigen Leben – möglichst lang, gesund, und vital soll es sein. Um wie ein Gott auf ewig zu leben, scheint keine Methode zu absurd zu sein. Aber ist es wirklich erstrebenswert, das Leben jedes einzelnen ins Unendliche oder zumindest um einige Jahre zu verlängern? Wie bereits zum Thema „Was ist der Mensch?“ erörtert, ist eine der wichtigsten psychologischen Komponenten des Menschen der Wille und das Bewusstsein. Dies führt normalerweise zum Lebenswillen, was den Wunsch nach der Unsterblichkeit erstmal grundlegend erklärt. Des Weiteren definiert sich eine Person über ihr soziales Umfeld. Ob Familie, Freunde, Rangordnung, Kommunikation oder Zusammenleben, in all diesen Punkten ist der Mensch von anderen Menschen umgeben, die um das Ableben einer Person trauern würden und somit einen Wunsch nach ewigem Leben für sich und ihre Lieben hegen. Neben steigendem Wohlstand, medizinischem Fortschritt, besserer Lebensweise sowie verbesserten Hygiene- und Arbeitsbedingungen könnten auch gentechnische Verfahren ein längeres Leben garantieren. Ob Eingriffe in den lebenden Organismus oder Entnahme von Stammzellen bei Embryonen, um diese für später einzufrieren – keine Methode scheint für die Forschung moralisch verwerflich zu sein. Doch wenn alle Menschen länger leben und es dennoch genau so viele Geburten gäbe wie derzeit, würde dies ernsthafte Herausforderungen, wenn nicht sogar schwere Folgen für die Gesellschaft mit sich bringen. Wenn es immer mehr ältere Menschen gäbe und vor allem sich nach ein paar Jahren die generelle Lebenserwartung immer mehr steigert, kann eine Rentenvorsorge nicht mehr sichergestellt werden. Das stetig steigende Bevölkerungswachstum, aufgrund ständig dazu kommender Geburten und kein Ableben der Alten, ruft eine Wohnungsknappheit, Ressourcenknappheit, Nahrungsknappheit und eine allgemeine Versorgungskrise hervor. Alles in allem, sind wir uns nicht sicher, ob es erstrebenswert ist, so stark in den natürlichen Lauf der Dinge einzugreifen oder nicht. Wenn man die Aussicht auf ein ewiges Leben hätte, wäre es nichts Besonderes mehr und es verlöre an Wert. Es ist vermutlich die Ungewissheit darüber, was nach dem Leben passiert, die uns dazu bewegen würde, eine Lebensverlängerung durch gentechnische Verfahren in Betracht zu ziehen. Man hat mehr Zeit sich zu verwirklichen, geht mit weniger Druck durchs Leben alles zu erreichen oder die richtigen Entscheidungen zu treffen. Trotzdem finden wir, dass man irgendwann auch mal ein Ende finden muss.
Jessica Arndt, Tom Oertel, Sophie Haenssschen, Nina Richter, Janne Dimter
Was bleibt?
Unsterblichkeit ist nichts Neues. In zahlreichen Glaubensrichtungen wird bereits seit Ewigkeiten angenommen, dass die Seele des Menschen nach dem Tod dessen in eine andere Welt eintritt und somit unsterblich ist. Doch dieser „Trostgedanke“ des Todes scheint dem Menschen nicht auszureichen. Es wird ständig an neuen Methoden und Möglichkeiten geforscht, das Leben von Krankheit fernzuhalten und es zu verlängern. Durch die Präimplantationsdiagnostik können Zellen eines Embryos untersucht werden, um z. B. schwere Erbkrankheiten auszuschließen. Des Weiteren ist es durch somatische Gentherapie und Keimbahntherapie schon möglich defekte Gene durch die entsprechenden+ gesunden Gene zu ersetzen. Wir kommen dem unendlichen Leben also immer einige Schritte näher. Während die Lebenserwartung von Frauen und Männern 1950 noch bei etwa 66 Jahren lang, ist sie mit 81 Jahren heute um 23 % gestiegen. Es liegt also nahe, dass durch weitere Errungenschaften in der Medizin diese Zahl weiter steigen wird. Doch welche Konsequenzen hätte ein unendliches Leben des Menschen? Auch wenn diese vorher nicht gänzlich abzusehen sind, macht sich bereits durch die steigende Lebenserwartung der biographische Wandel bemerkbar. Es werden immer mehr Menschen aber deswegen steht nicht mehr Platz zur Verfügung. Wo sollen also all die Menschen hin, wenn niemand mehr stirbt. Vielleicht dürfen dann auch keine Nachkommen mehr kommen um den Platz auf der Erde zu garantieren. Dann würde es auch nie mehr neue Generationen mit neuen Gedanken, Werten und Zielen mehr geben. Es würde eventuell vieles bleiben wie es ist, Gutes und auch Schlechtes. Des Weiteren muss Unsterblichkeit nicht bedeuten, dass man nicht mehr altert. Man sieht immer älter aus, erst wie 80, dann wie 100 und noch älter, man stirbt nur nicht. Ob das für jeden von uns als erstrebenswert angesehen wird ist fraglich. Dennoch erscheint es als sehr verlockend für immer am Leben zu sein und nichts verpassen zu können, man hätte schließlich unendlich viel Zeit alles zu machen was man möchte. Gleichzeitig fehlt dann aber vielleicht auch der Ansporn etwas fertig zu stellen. Andererseits, wenn der unsterbliche Mensch auch nicht mehr von Krankheiten geplagt ist und damit nicht leiden muss, klingt es wie die perfekte Zukunftsvorstellung. Jedoch sind vor allem psychische Folgen nicht abzusehen bei einem, der Natur widersprechendem unsterblichen Mensch. Zusammenfassend lässt sich sagen, das ein „unsterblicher Mensch“ skeptisch zu betrachten ist. Auf den ersten Blick wirkt die Vorstellung wunderbar, dass niemand mehr sterben muss oder wichtige Menschen verliert. Bei genauerer Betrachtung machen sich allerdings viele negative Seiten bemerkbar mit einigen offenen Fragen, wie die der vorprogrammierten Überbevölkerung. Solange diese Fragen nicht geklärt sind und die Contra Argumente so schwer wiegen, halten wir den unsterblichen Mensch nicht unbedingt für erstrebenswert. Wir halten uns lieber an dem Hoffnungsgedanken fest, dass die Seele eines Jeden für immer weiter lebt. Diese bleibt also hoffentlich auch nach dem Tod bestehen.
Ella Liedtke, Svenja Mehner, Felizitas Goschuetz, Josephine Pfauch
Unser Stefan-Heim-Projekt
Wir als Andrégymnasium waren und sind Partner des Stefan-Heym-Projekts.
Wir ließen gemeinsam mit den Künstlern Gerald Richter und Marian Kretschmar, die den Stefan-Heym-Förderpreis 2020 für ihre Projektideen und -umsetzungen mit SchülerInnen verliehen bekommen haben, den Schriftsteller Stefan Heym und seine Werke in die Schule. Ein gebürtiger Chemnitzer und späterer Abgeordneter im Deutschen Bundestag, der aufgrund seiner biografischen Wegstrecken für Ehrlichkeit, Offenheit sowie ein kritisches Denken einstand. Im ersten Teil dieses Projektes illustrierten die Schüler und Schülerinnen der 7., 9. sowie der 10. Klasse im Kunstunterricht ausgewählte Texte und Gedichte von Stefan Heym. Dabei erforschten sie unterschiedliche gestalterische Möglichkeiten und adaptierten dabei schriftlich formulierte Worte in eigene Bildwelten. Der zweite Teil des Stefan- Heym-Projekts fand gemeinsam mit den Künstlern Gerald Richter und Marian Kretschmer in der ersten Winterferienwoche statt. Schüler und Schülerinnen von der 7. bis zur 10. Klasse ließen ihre eigenen Interpretationswelten zu ausgewählten Zitaten aus Heyms Bundestagsreden in Bildern sprechen. Auf sieben Meter langen Bannern, welche in Gruppenarbeit über vier Tage direkt im Andrégymnasium gestaltet wurden, sind sowohl die individuellen Bildwelten als auch die entsprechenden Aussprüche von Stefan Heym in einer vielfältig kalligraphisch und farbig gestalteten Ausdrucksweise zu bestaunen. Ab dem 25.02.2022 waren die Banner etwa eine Woche in der Galerie Roter Turm zu sehen und fungierten somit als ein Teil der Ausstellungsserie, die anlässlich des Chemnitzer Friedenstags 2022 das Gesicht der Chemnitzer Innenstadt durch Worte und Bilder charakterisierte.
Johanna Rikowski
Aufbruch • Umbruch • Chemnitz
Ein literarisches Programm von Emilia Gehre, Mariam Winkler, Thadeus Zwiener und Hannah Bonitz
Prolog
Chemnitz 2025 BidBook 1 „Aufbrüche Opening Mind. Creating Spaces“
Kameniz – Chemnitz – Karl-Marx-Stadt – und wieder Chemnitz. Unsere Stadt ist viele Städte. Drei unterschiedliche Innenstädte, zwei Stadtnamen, verschiedene Gesellschaftssysteme innerhalb weniger Jahrzehnte – Umbrüche kennzeichnen die Geschichte unserer Stadt. Chemnitz ist Veränderung.
Teil 1
Die Fabrik – Gedicht von Gerrit Engelke (1890-1918)
Düster, breit, kahl und eckig
Liegt im armen Vorort die Fabrik.
Zuckend schwillt, schrill und brutal
Aus den Toren Maschinen-Musik.
Schlot und Rohr und Schlot und Schlot,
Heißdurchkochtes Turmgestein,
Speien dickes Qualmgewölk
Ueber traurigstarre Häuser, Straßenkot.
Tausend Mann, Schicht um Schicht,
Saugt die laute Arbeits-Hölle auf.
Zwingt sie all in harte Pflicht
Stunde um Stunde.
[...]
Tag und Nacht: Lärm und Dampf,
Immer Arbeit, immer Kampf:
Unerbittlich schröpft das
Moloch-Haus Stahl
und Mensch um
Menschen aus.
Auszug aus Thomas Gerlachs Kommentar „Als nur Schornsteine stänkerten“ in der taz:
Es gab eine Zeit, da waren Schornsteine das Markenzeichen von Chemnitz. Es qualmten so viele Essen, dass vom „sächsischen Manchester“ die Rede war. [...] Alle sind hungrig – nach Rohstoffen, Energie, Produkten, nach Geld. Schornsteine versprechen die Erfüllung aller Wünsche.
Chemnitzer Zeitzeugenbericht von Walter Fritsche zu der Bombardierung von Chemnitz im Zweiten Weltkrieg
Dann kam am 5. März 1945 der Nachtangriff, bei dem die Innenstadt von Chemnitz bis weit in die Südvorstadt hinein vollständig niedergebrannt wurde. Mit einer Ausnahme, dem Rathaus. Die Feuerwehr hatte sich voll auf die Rettung dieses Gebäudes konzentriert. Trotzdem konnte sie den alten Teil nicht retten. Vor den Bombern flogen einige Flugzeuge, die das Zielgebiet mit Bündeln von an kleinen Fallschirmen hängenden Leuchtkugeln markierten. Wegen des Aussehens nannte man sie „Christbäume“. Als wir einen Blick aus dem Keller taten, sahen wir einen solchen am Himmel stehen und wussten damit, was die Glocke geschlagen hatte. [...] Während wir also gegen 19.30 Uhr in dem einzig heizbaren Raum, der Küche beim Abendbrot saßen, kam der Voralarm, dem bald der richtige Alarm folgte. Gegen 21.45 Welle über Welle von Bombern über uns. Dann Fauchen, Heulen und Bersten der Spreng- und Brandbomben. Das Inferno war ausgebrochen. Schreien der Kinder und vor allem der im Haus untergebrachten Flüchtlinge. Dazwischen die Stimme eines Mannes: Ruhe bewahren, Ruhe bewahren.
10. März 1953 Otto Grotewohl:
„Ich erfülle darum hiermit den Beschluss der Regierung (der DDR, Anm. d. Red.). Ich vollziehe den feierlichen Akt der Umbenennung dieser Stadt und erkläre: Von nun an trägt diese Stadt den stolzen und verpflichtenden Namen ‚Karl-Marx-Stadt‘.“
Teil 2
„Karl-Marx-Stadt“ – Song von Kraftklub
Ich steh auf keiner Gästeliste, Ich bin nicht mal cool in einer Stadt, die voll mit Nazis ist, Rentnern und Hools. Ich cruise Banane essend im Trabant um den Karl-Marx- Kopf, Die Straßen menschenleer und das Essen ohne Farbstoff. Diskriminiert, nicht motiviert, von der Decke tropft das Wasser, nix funktioniert …
When ever I feel blue …
Schulchor am DWAG
„When ever I feel blue I start to sing“ – mit diesem Lied begann der Chor unseres Gymnasiums nach langer Zwangspause die Konzertsaison. Nach nur fünf Proben starteten wir beim Sängerfest „Gleichstimmig – das besondere Konzert“ des Musikbundes Chemnitz e. V. am 9. Oktober 2021 in der Markuskirche. Trotz nach wie vor coronabedingter Einschränkungen gelang es, Begeisterung bei Publikum und Sängern zu wecken. Als Mitglied des Musikbundes haben wir die Möglichkeit, an Projekten außerhalb der Schule teilnehmen zu können. Aus Anlass seines 30-jährigen Bestehens wurde die Idee geboren, mit einem kurzen Film diesen Dachverband und seine Chöre vorzustellen.
So standen dann im Januar Filmaufnahmen und Kurzinterviews an, gedreht von Schülern des künstlerischen Profils in Zusammenarbeit mit der Chemnitzer Filmwerkstatt e. V. Mit Spannung wird die Aufführung schon vom Chor erwartet. Im Juni 2022 fährt der Chor zu „Schulen musizieren“ in den Saurierpark Kleinwelka. Acht Ensembles aus ganz Sachsen werden während eines Konzertes in der Autobahnkirche Uhyst und mit kleinen Auftritten im Saurierpark gemeinsam musizieren. Wir freuen uns auf einen erlebnisreichen Tag.
B. Eichelkraut
Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin
AG Volleyball auf dem Weg zum Bundesfinale
Am 13.04. machten wir uns frohen Mutes auf den Weg nach Dippoldiswalde. Noch etwas verschlafen trafen sich fünf Spielerinnen und Frau Frommhold bereits 6:30 Uhr zur gemeinsamen Busfahrt mit dem Chemnitzer Schulmodell. In der Halle angekommen wurden erst einmal die Gegnerinnen begutachtet, das ein oder andere Gesicht kannten die Mädels bereits vom Vereinssport. Pünktlich 8:15 Uhr flog der erste Ball und es ging gut los. Mit sicheren Aufschlägen, einer tollen Feldabwehr und den ein oder anderen gewitzten Legern übers Netz lagen wir schnell in Führung. Doch unsere Gegnerinnen vom Prof.-Dr.-M.- Schneider-Gymnasium Lichtenstein hatten einiges an Gegenwehr zu bieten. Im zweiten Satz wurde es mit 25:23 sogar noch mal richtig eng, doch schließlich konnten wir mit einem 2:0 vom Platz gehen. Die erste Hürde war geschafft. Auf dem Nachbarfeld lief derweilen ein hartes Spiel zwischen Leipzig und Zittau, unserem nächsten Gegner. Bestärkt durch die gute Leistung im ersten Spiel starteten wir erneut sicher ins Spiel. Harte Schläge war die Ansage von Frau Frommhold und das taten wir auch. Besonders Sarahs Hammer und Mias klasse Aufschläge brachten uns frühzeitig in eine komfortable Führung, die wir bis zum Schluss beibehielten. Der Satz ging mit 25:19 an uns. Im zweiten Satz ließ die Konzentration etwas nach und plötzlich waren wir diejenigen, die mit 6 Punkten hinten lagen. In einem hart umkämpften Satz konnten wir das Spiel noch drehen und gewannen 26:24. So langsam keimte etwas Hoffnung auf, schließlich hatte Zittau Leipzig besiegt, die mit einigen Spielerinnen vom gefürchteten Verein L.E. Volleys angereist waren. Mit zwei gewonnenen Spielen spielt es sich einfach leichter und trotz starker Abwehraktionen hatten die Leipzigerinnen unseren starken Angriffen und Aufschlägen kaum etwas entgegenzusetzen. Beim 9:1 im zweiten Satz ließ die Konzentration erneut etwas nach, doch wir kämpften uns zurück und gingen erneut als Sieger vom Feld. Nur noch ein Spiel und wir dürfen nach Berlin! Voller Selbstbewusstsein starteten wir in unser letztes Spiel gegen das Werner-Heisenberg Gymnasium Riesa. Das letzte Spiel des Tages und gleichzeitig vorm Mittagessen - wir hatten Hunger, dementsprechend sollte es schnell gehen. Mit 25:15 und 25:13 fegten wir die gegnerischen Spielerinnen quasi vom Platz und freuten uns über einen wunderbaren Tag mit einem erfolgreichen Ausgang für uns. So richtig realisiert haben wir noch nicht, dass wir von 03. bis 07.05 zum BUNDESFINALE nach Berlin fahren dürfen. Aber wir sind mächtig stolz und freuen uns auf das Erlebnis!
Helena Bonitz, 9/4
STIMMEN ZUM SPIEL
„Sehr schöner Spieltag mit einem sehr coolen Team!“
Sarah Kleta, 9/5
„Berlin, Berlin wir fahren nach Berlin! Ohne verlorenen Satz endete unser Tag mit einem breiten Grinsen im Gesicht.“
Helena Bonitz, 9/4
„Wahnsinn. Jedes Spiel 2:0 gewonnen! :D“
Mia Lindner, 7/5
„Ohne dass wir es kommen sahen, gingen wir heute als Landessieger vom Spielfeld und sitzen jetzt mit einer goldenden Medaille um den Hals im Bus!“
Lena Grund, 8/1
„Kampfgeist haben wir heute auf jeden Fall bewiesen. Vor allem im Angriff und in den Aufschlägen, was letztendlich zum Sieg geführt hat.“
Mia Schmidt, 8/4
Jugend trainiert für Olympia
Basketballer siegen bei Chemnitz-Meisterschaft
Die Basketballer der Wettkampfklasse II (Jahrgang 2005 bis 2007) haben bei dem Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ in der Sportart Basketball beim Finale um die Chemnitz-Meisterschaft den 1. Platz belegt.
Am Dienstag, den 05.04.22, fand in der Sporthalle der Diesterweg Oberschule die Endrunde im Basketball statt. Insgesamt hatten sich vier Teams qualifiziert: Johannes-Kepler-Gymnasium, Chemnitzer Schulmodell, Karl- Schmidt-Rottluff-Gymnasium und unser Dr.-Wilhelm-André-Gymnasium. Der erste sportliche Kontrahent war das „KaSchmiR“. Von unserer Seite war es ein sehr verhaltener Beginn und insgesamt funktionierte in der ersten Halbzeit nicht viel (2:2). Das änderte sich im zweiten Durchgang und das Spiel konnte am Ende souverän mit 14:6 gewonnen werden. Im zweiten Spiel dribbelten und warfen dann die Sportler des Chemnitzer Schulmodells auf der gegnerischen Seite. Wieder kamen wir schwer in die Gänge und lagen schnell 6:2 hinten. Die qualitativ hochwertige Partie haben wir aber dank einer starken 2. Halbzeit doch noch 13:10 für uns entscheiden können. Das dritte sportliche Duell erfolgte dann gegen das Keplergymnasium. Da waren die Jungs dann schon in der ersten Halbzeit auf Betriebstemperatur und wirbelten die Gegner ordentlich durcheinander. Jetzt zeigten unsere Andréaner auch, was sie drauf haben: tolle Kombinationen, schnelles Spiel, erfolgreiche Korberzielungen. Besonders erfolgreich war Jannes Dressler mit 12 Punkten. Bei der Schlusssirene konnte ein 25:11 auf der Anzeigetafel gesichtet werden. Insgesamt war es ein faires und qualitativ gutes Turnier, bei dem wir als Andrégymnasium den Sieg erringen konnten. Aufgrund des terminlichen Vorzuges des Landesfinales (Corona Pandemie), ist es uns leider verwehrt, bei einem weiteren Folgeturnier sportlich angreifen zu können.
An dieser Stelle ein großes Lob an unsere Basketballer, die gut gespielt haben und mit Spaß und Engagement bei der Sache waren.
Einen Daumen hoch und vielen Dank an unsere Ballkünstler!
| Nr. | Name, Vorname | Punkte |
| 1. | Jannes Dressler | 16 |
| 2. | Son Bui | 12 |
| 3. | Paul Kindler | 10 |
| 4. | Fiete Appelt | 7 |
| 5. | Karl Groß | 6 |
| 6. | Laurin Preißler | 2 |
Herr Bindrich
Im Frühlingsrausch
Aus dem Künstlerischen Profil Klasse 8
Zusammenarbeit mit Außenpartnern der Schule gehört zu den Lehrplaninhalten im künstlerischen Profil. Leider war das in den beiden letzten Jahren pandemiebedingt nur teilweise umsetzbar.
Umso erfreulicher, dass wir in diesem Schuljahr die bewährte Zusammenarbeit mit den Städtischen Theatern Chemnitz im künstlerischen Profil wieder aufleben lassen konnten. So nahm beispielsweise die neue Profilgruppe 8 von Frau Hantzsche und Frau Friedrich nach einigen Monaten des gegenseitigen Kennenlernens und Einarbeitens in die Inhalte des Unterrichtsfachs ab April 2022 am Projekt „Frühlingsrausch“ teil. Dazu besuchte uns zunächst Theaterpädagogin Heike Vieth in der Schule, um uns in das Projekt rund um Igor Strawinskis „Frühlingsopfer“ thematisch einzuführen. Die Schülerinnen und Schüler setzten sich dabei aktiv und sehr persönlich mit Fragen wie „Was ist ein Opfer? Hast du schon einmal ein Opfer gebracht?“ auseinander. In szenischen Übungen wurden dann sowohl die Rollen „Opfer“ als auch der „Opfer bringenden Gesellschaft“ erlebbar gemacht und die jeweiligen Empfindungen reflektiert. Wie fühlt es sich zum Beispiel an, wenn ein Einzelner einer größeren Gruppe gegenübersteht, dann in allmählich in enger werdenden Kreisen eingekesselt wird? Wie fühlt sich das „Opfer“, wie fühlen sich die „Täter“? Eine Woche später bekamen wir wieder Besuch von den Städtischen Theatern, diesmal von einem Streichquartett und einer Klarinettistin der Robert- Schumann-Philharmonie. Sie führten die Profilgruppe in die Klangwelt Igor Strawinskis ein, vermittelten sowohl biographische Hintergründe als auch die kompositorische Bandbreite seiner Werke des frühen zwanzigsten Jahrhunderts.
So nah wie wohl noch nie zuvor, konnten alle die Musiker und Musikerinnen beim virtuosen Spiel beobachten und auch ein Gespür für die Herausforderungen bei der Erarbeitung und Aufführung dieser Art von Musik gewinnen. Einen weiteren Höhepunkt des Projekts erlebten die Schülerinnen und Schüler dann am Freitag, den 29.4.2022. Einige waren erst an diesem Tag von ihrer Klassenfahrt heimgekehrt, aber erschienen pünktlich am frühen Abend am Personaleingang des Opernhauses in Sportkleidung. Eine Stunde lang konnten sie unter der Anleitung der Ballettdirektorin Sabrina Sadowska selbst einzelne Elemente aus der Choreografie der Chemnitzer Inszenierung von „Le Sacre du Printemps“ im Tanzworkshop umsetzen. Dieser fand im Ballettsaal statt, wo sich nach und nach auch die Tänzerinnen und Tänzer der Städtischen Theater einfanden, um sich für die Abendvorstellung auzuwärmen – wir mittendrin. Dann blieb eine Stunde Zeit zum Umziehen für die Abendvorstellung und zum Abendessen, bevor wir dann den zweiteiligen Ballettabend „Frühlingsrausch“ am Opernhaus miterlebten. Die Choreographien zu Ravels „Daphnis et Chloe“ im ersten und zu Strawinskis „Le Sacre du Printemps“ im zweiten Teil boten ein wahrlich rauschhaftes Erlebnis für die Sinne! Schließlich gab es in der Profilstunde der folgenden Woche abermals einen Besuch im Opernhaus, um die Erlebnisse in einem Nachgespräch mit Frau Vieth auszuwerten und abschließend nochmal in den Ballettsaal zu gehen, diesmal um einer professionelle Tanzprobe als Gäste beizuwohnen. Ganz sicher haben die Erlebnisse bei den Schülerinnen und Schülern einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Tanz und künstlerische Bewegungselemente wurden jedenfalls auch wieder in die Konzeption der Performance „War and Peace“ aufgenommen, an der die Profilgruppe seit Abschluss des Projekts „Frühlingsrausch“ für den öffentlichen Auftritt am „Profiltag“ arbeitet. Wir sind dankbar, dass wir die Möglichkeit hatten, am „Frühlingsrausch“ teizunehmen und freuen uns schon auf weitere gemeinsame Projekte!
Christiane Friedrich
Wieso ist die Nase blau – Achtklässler tanzen im Ballettsaal
Projekt Premierenklasse
Dieses Schuljahr hatte unsere Profilgruppe Klasse 8 großes Glück: Sie wurde Premierenklasse.
Was das bedeutet? Wir hatten als Profilgruppe die Möglichkeit, den Entstehungsprozess des Tanzabends „Wieso ist die Nase blau?“ zu Leben und Werk des expressionistischen Künstlers Karl Schmidt-Rottluff zu begleiten. Zunächst beschäftigten wir uns mit dem für Chemnitz wichtigen Künstler. Wir schauten uns seine Bilder in den Kunstsammlungen Chemnitz an und versuchten, eine seiner Dünenlandschaften malerisch „neu zu interpretieren“. Wir entwickelten auch eigene Ideen für ein Stück über ihn, besuchten Tanzproben im Ballettsaal der Oper sowie die Theaterwerkstätten in Harthau und die Kostümabteilung im Spinnbau. Eine besondere Herausforderung waren die Tanzworkshops bei Ballettdirektorin Sabrina Sadowska, bei denen wir selbst Tanzelemente ausprobieren und eine Choreographie erarbeiten durften. Wer darf schon von sich behaupten, dass er schon einmal im Ballettsaal der Oper getanzt hat? Wir jetzt schon! Höhepunkt war natürlich der Besuch der Premiere am 25. März. inklusive anschließender Premierenfeier. Aktuell arbeiten wir an einem eigenen kreativen Projekt zu Karl Schmidt-Rottluff, zum Beispiel einem Rap, einem Entwurf für das Bühnenbild und an Kostümen. Auch wir als Profillehrerinnen sind sehr dankbar für die vielen Einblicke hinter die Kulissen, die uns nicht zuletzt durch die tolle Zusammenarbeit mit Theaterpädagogin Heike Vieth ermöglicht wurden.
Daniela Wolke, Jana Stöckel
Stimmen aus der Premierenklasse:
„Es ist eine einmalige Möglichkeit, so etwas mitzuerleben, die Tänzer bei den Proben zu beobachten und ihre Fortschritte zu sehen. Mein Blick auf die Oper hat sich durch die Probenbesuche und die von uns besuchten anderen Ballett-Aufführungen geändert. Früher dachte ich im Ballett gäbe es nur klassische Tanzstücke, wie den ‚Nussknacker‘ oder ‚Schwanensee‘. Bei ‚Wieso ist die Nase blau?‘ habe ich andere Eindrücke gewonnen, zum Beispiel, dass auch ein moderner und impulsiver Tanzstil im Ballett möglich ist. Zu sehen, wie ein Stück inszeniert wird, ist nicht nur spannend sondern auch wichtig, wenn man das Stück wirklich erleben will.“
Charleen Treichel
„Mein persönliches Highlight war der Besuch der Uraufführung ‚Wieso ist die Nase blau?‘. Ich war fasziniert davon, wie viel man eigentlich in Kombination von Tanz und Musik ausdrücken kann und wie sehr man die Zuschauer bewegen kann.“
Lilljana Pauline Henze, 8/5
„Für mich war es eine Ehre, dass wir die Ballettdirektorin Sabrina Sadowska persönlich kennenlernen durften.“
Lienna Gläß, 8/1
„Den Besuch der Kostümabteilung fand ich von allen Ausflügen am besten. Wir haben die verschiedensten Kostüme gesehen, von alten Lederjacken über Hochzeitskleider, lustigen Hüten bis hin zu riesigen Schuhen.“
Magdalina Kluge, 8/1
„Außerdem haben mir die Tanzworkshops gefallen. Wir haben eine ausdrucksstarke Choreographie von Sabrina Sadowska gelernt, das hat echt Spaß gemacht! Nach den Workshops haben wir den Tänzern beim Proben zugeschaut. Ich war beeindruckt davon, wie viel die Tänzer nur durch Bewegungen ausdrücken können. Das Premierenklassenprojekt war für mich wie ein Tor zur Welt hinter der Bühne und ich bin dankbar dafür, ein Teil dieses Projektes gewesen zu sein.“
Lenja Keller, 8/3
Kreative Köpfe vom DWAG – Underrated Artists
Kunst ist meiner Meinung nach etwas äußerst Wichtiges; sie kann schön, abstrakt, verwirrend und bunt sein und durch ihre Vielfältigkeit auch viele Menschen erreichen.
Da ich selbst in meiner Freizeit Musik mache und versuche, sie mit vielen Leuten zu teilen, weiß ich sehr gut, wie schwer es sein kann, überhaupt auf sich und seine Kunst aufmerksam zu machen.
Mein Name ist Cora aus der 11. Klasse, ich zeichne auf dem Grafiktablet, mache aber auch viel „Traditionelles“, da ich ja auch im Kunst-Leistungskurs bin. Finden kann man mich auf Instagram unter: cr_ckrt. Ich bin dort zwar „privat“, habe aber trotzdem Highlights, in denen ich meine Kunst hochlade. Und warum ich das mache: ich habe einfach schon immer gezeichnet und wurde wegen meines Interesses an Anime und Mangas nochmal zusätzlich inspiriert.
Cora
Ich heiße Melina Krauß, bin 17 Jahre alt und geh’ in die Klasse 10/1. Ich hantiere mit sämtlichen Techniken der Kunst, vom Zeichnen bis hin zu Skateboard-Deckdesignes und derzeit versuche ich mich in den unterschiedlichen Techniken von Street Art. Die Resultate meiner Versuche poste ich dann meistens auf meinem Insta- Account: @kreative_kacke, obwohl da auch nur ausgewählte Sachen erscheinen. Ich mache das, weil es mir Spaß macht und ich meine Kunst gerne mit anderen teilen möchte. Manchmal versuche ich aber auch eine Message zu verbreiten, wie bei meinem letzten Post: „Mehr Liebe bitte“. Ich möchte die Menschen dadurch zum Nachdenken anregen.
Melina
Ich bin „SASA“ und zeichne traditionelle und auch digitale Bilder. Man kann meine Werke und Projekte derzeit bei Instagram (@i.am_sa.sa), bei TikTok (@ sasattackart) und demnächst auch bei YouTube (bisher noch kein Name) finden. Auf die Frage, warum ich Kunst mache, weiß ich tatsächlich oft nicht, was ich antworten soll. Schon seit meiner jüngsten Kindheit habe ich meinen Eltern für das Ergattern von Kunstmaterialien auf dem Geldbeutel gelegen. ^^ Es war immer eine Art Safe-Space für mich und das hat sich auch nie geändert. Als ich dann auch noch in meiner Leidenschaft unterstützt wurde, gab es nichts Besseres für mich: Zeichnen ist mein Leben. Das lässt sich immer so kitschig sagen, entspricht aber nichts anderem als der Wahrheit. Hätte ich dieses „Hobby“ nicht, wäre mein Leben wahrscheinlich lange nicht so bunt gestaltet. Ich würde sogar behaupten, dass mich mein „Talent“ zu der Person geformt hat, die ich heute bin. Das Wort „Talent“ nehm’ ich allerdings nur ungern in den Mund; ob man es nämlich glaubt oder nicht: Meine Skills musste ich mir nämlich 15 out of 17 meiner Jahre erarbeiten, die werden einem nicht in die Wiege gelegt. Es stimmt zwar, dass es sicherlich für jeden Lebensbereich eine gewisse Veranlagung gibt, aber das Können für eine bestimmte Sache muss man sich selbst aneignen. Daher bin ich auch der Meinung, dass man Personen für ihr Können und nicht für ihr Talent loben sollte. <3 Und noch etwas, das ich erst recht spät erkannt habe: Hört auf, euch nur mit Künstlern zu vergleichen, die in euren Augen bessere Fähigkeiten haben; das kann einem nur mehr schaden, als dass es motiviert. „Everything at your own pace, honey“, denn es soll ja Spaß machen, seine eigene Weiterentwicklung zu sehen. Thanks for taking the time to check out my content.! :D
SASA
Ich freue mich sehr, dass mir diese drei Künstler geantwortet haben, daher ein großes Dankeschön an euch! Oben hatte ich bereits erwähnt, dass auch ich künstlerisch aktiv bin, deshalb möchte ich mich an dieser Stelle ebenfalls vorstellen:
Mein Künstlername ist Savannah Jones und momentan bin ich auf YouTube und Instagram aktiv. Auf YouTube findet man mich leider bisher nur mit Such-Kombinationen, wie zum Beispiel: „Savannah Jones Trouble“ und auf Insta unter: @ savannahjonesmusic.chemnitz. Ich mache Musik und schreibe meine Songs und Melodien selbst, ab und zu veröffentliche ich auch Cover-Versionen. Warum mache ich Musik? Weil ich es liebe, dass ich meine Gedanken in Worten und Melodien festhalten kann und daraus etwas entsteht, das jeder individuell deuten und für sich anders interpretieren kann. Musik verbindet einfach und das finde ich schön. Schaut also super-gerne bei mir auf Insta und YouTube vorbei, ich freu mich über Kommentare, eure Meinungen und eure Neugier. <3
Savannah Jones
Kunst lebt vom Publikum, daher bitte ich euch Leser, bei den verlinkten Underrated Artists vorbeizuschauen und deren Kunst zu genießen, vielleicht auch einfach nur anzuschauen, zuzuhören und natürlich liebend gerne auch zu teilen.
#The Earth Without 'Art' Is Just 'Eh'
Jordan S. König, 10/3
(AG Jahrbuch)